Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind sein eigenes Nabelschnurblut eines Tages brauchen wird?

Zum heutigen Zeitpunkt und Stand der Wissenschaft muss man davon ausgehen, dass diese Wahrscheinlichkeit bei einem gesund geborenen Kind sehr gering ist. Auch wenn die Darstellung privater Anbieter der Nabelschnurbluteinlagerung Anderes vermuten lassen könnte.

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Denn zum einen wurden von mehreren Millionen eingelagerten Eigenspenden bisher (2011) nur ein paar Hundert eingesetzt. Zum anderen kommen die für einen Stammzell-Einsatz relevanten Krankheiten für Nabelschnurspenden mit eigenem Blut häufig gar nicht in Betracht (z.B. bei Leukämie). Oder die erhofften Einsatzgebiete – vor allem im Bereich der regenerativen Medizin – liegen noch in ferner Zukunft. Und noch eine andere Einschätzung aus seriöser Quelle: Die American Society for Blood and Marrow Transplantation taxiert die momentane Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind sein Nabelschnurblut in den ersten 20 Lebensjahren brauchen wird, auf 0,0005-0,04%.

Als Spendermaterial für andere Menschen sehr viel öfter benötigt

Seit der ersten Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut im Jahr 1988 wurde dagegen allogenes (fremdes) Nabelschnurblut in über 9.300 Fällen eingesetzt (Stand: 2009). Das Anwendungsspektrum umfasst mehr als 70 Erkrankungen, von Leukämien über Immunmangelsyndrome bis zu angeborenen Stoffwechselstörungen.

Seit 1991 werden solche (Fremd-) Spenden in öffentlichen Banken eingelagert. Weltweit stehen dort mittlerweile über 200.000 Stammzelltransplantate zur Verfügung, die über zentrale Nabelschnurblut-Stammzell-Spenderregister angefordert werden können.

Die Zahl der mit allogenen Transplantaten versorgten Patienten steigt international kontinuierlich an. Im Jahr 2008 erhielten in Deutschland erstmals mehr Erwachsene als Kinder Stammzelltransplantate aus Nabelschnurblut.

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