Was sind Stammzellen? Und was macht sie medizinisch so interessant?

Stammzellen sind Vorläuferzellen, die noch das Potenzial zur Differenzierung besitzen. Sie können sich also noch zu spezialisierten Körperzellen mit unterschiedlichen Funktionen entwickeln, beispielsweise zu Blut-, Immunabwehr-, Leber- oder Hautzellen.

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Je nach Ausprägungsgrad dieser Entwicklungsfreiheit werden sie zum Beispiel als omnipotent oder multipotent bezeichnet, während die normalen Körperzellen unipotent sind und nur Zellen des gleichen Typs durch Teilung hervorbringen können. Nach ihrem Vorkommen werden adulte (erwachsene) von embryonalen Stammzellen unterschieden. Auch im Erwachsenenalter verfügen wir also noch über (adulte) Stammzellen, die allerdings nicht mehr den hohen Differenzierunsgrad ihrer embryonalen Pendants aufweisen.

Nabelschnurblut auch ethisch unbedenklich

Bei der in den Medien immer wieder präsenten „Stammzellen“-Diskussion geht es zumeist um die embryonale Version, deren Gewinnung aus Embryonen zu medizinischen bzw. wissenschaftlichen Zwecken ethisch umstritten ist. In Deutschland und Österreich ist diese Form der Stammzell-Gewinnung verboten, in anderen Ländern wie Schweiz und Großbritannien dagegen erlaubt.

Stammzellen aus Nabelschnurblut liegen in ihrer Entwicklungsfähigkeit zwischen den embryonalen und adulten Vorläuferzellen und bieten damit ein vielversprechendes, ethisch unbedenkliches und bisher nur gering erschlossenes Stammzellrerservoir.

Was macht Stammzellen medizinisch interessant?

Stammzelltransplantate sind aus mehreren Gründen medizinisch interessant. Zum einen können damit Menschen behandelt werden, deren eigene Stammzellen im Knochenmark durch Bestrahlung oder Chemotherapie schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden oder aufgrund tumoröser Entartung (z.B. bei Leukämie) ausgetauscht werden müssen. In diesem Bereich erfolgt die Behandlung mit Stammzellen aus verschiedenen Quellen wie Knochenmark- oder Nabelschnurblutspenden heute routinemäßig.

Darüber hinaus setzt die Wissenschaft große Hoffnung auf die Möglichkeiten der undifferenzierten Vorläuferzellen für die regenerative Medizin, d.h. für den Ersatz von untergegangenem oder krankem Körpergewebe bis hin zu Organen, z.B. bei Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Alzheimer-Demenz oder Parkinson-Erkrankung.

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