Medikamente während der Frühschwangerschaft: Wie hoch ist die Gefahr für mein Kind?

Die Einnahme eines für Schwangere verbotenen Arzneimittels bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine nennenswerte Gefahr Ihr Kind besteht. Bei der Einnahme von eindeutig fruchtschädigenden Arzeimitteln (Teratogenen) ist das Risiko für spätere Fehlbildungen etwa um den Faktor 2–3 erhöht. Nur bei den sehr schädlichen Retinoiden und Thalidomid ist das Risiko deutlich erhöht.

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Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der Hinweis „Nicht in der Schwangerschaft anwenden“ auf Packungsbeilagen in vielen Fällen lediglich bedeutet, dass die vorliegenden Erfahrungen dazu als nicht ausreichend angesehen werden, um Entwarnung geben zu können. Es steht dann also gar nicht fest, ob das Medikament fruchtschädigend ist.

Es besteht demnach in der Regel hinreichend Grund für Sie, gelassen zu bleiben und sich nicht durch unnötige Besorgnis zu belasten. Der Abbruch einer Schwangerschaft muss in diesem Zusammenhang zum Glück nur sehr selten in Erwägung gezogen werden. Er darf auch nicht vorschnell vom Arzt aus vermeintlichen Haftungsgründen empfohlen werden.

Keine überzogene Spezialdiagnostik wegen der Tabletten

Empfehlenswert und ggf. beruhigend kann die Überwachung und Bestätigung der normalen Entwicklung Ihres ungeborenen Babys mit einer Ultraschall-Feindiagnostik sein. Als nicht hilfreich ist dagegen eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), Chorionzotten-Biopsie oder Nabelvenenpunktion anzusehen.

Eines aber sollten Sie generell beherzigen: Wenn Sie im gebärfäigen Alter sind und eine Schwangerschaft nicht komplett ausgeschlossen ist, sollten Sie bei der Medikamentenauswahl immer auch die Möglichkeit einer noch unbekannten Frühschwangerschaft berücksichtigen. Arzneimittel, die sich hinsichtlich ihrer Verträglichkeit während der Schwangerschaft bewährt haben, sollten Sie dann grundsätzlich bevorzugen. Informationen dazu finden sich nahezu immer auf dem Beipackzettel.

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