Darf Lithium während der Schwangerschaft eingenommen werden?

Wie bei allen potenziell fruchtschädigenden Arzneimitteln muss die (weitere) Einnahme von Lithium während einer Schwangerschaft gemeinsam mit dem Arzt sehr sorgfältig und immer individuell abgewogen werden.

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Zwar steigt das Fehlbildungsrisiko unter Lithium-Therapie etwas, allerdings ist das fruchtschädigende Potenzial dieses bewährten Stimmungsstabilisierers geringer als früher angenommen. Mittlerweile geht man davon aus, dass die beobachtete Fehlbildung am Herzen (Ebstein-Anomalie) nur bei etwa 1 von 1.000 Feten auftritt, die im ersten Schwangerschaftsdrittel mit dem Wirkstoff in Kontakt kamen.

In der Abwägung mit dem mütterlichen Rückfallrisiko hinsichtlich einer Depression oder einer bipolaren Erkrankung mag also die Entscheidung möglicherweise zugunsten des Lithiums getroffen werden. Nach der Geburt muss in diesem Fall auf Vergiftungserscheinungen beim Kind geachtet und eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ausgeschlossen werden. Setzen Sie Ihre behandelnden Ärzten also von der Lithiumeinnahme in Kenntnis.

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