Künstliche Befruchtung: Wozu wird eine Hormontherapie durchgeführt?

Um die im natürlichen Menstruationszyklus eher geringen Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung (ca. 5%) zu erhöhen, wird in der Regel vorher eine Hormontherapie durchgeführt. Die gespritzten (natürlichen) Hormone sollen für eine höhere Anzahl heranreifender Eibläschen, eine verbesserte Qualität und Entwicklungsfähigkeit der Eizellen sowie eine zeitliche Steuerung von Follikelreifung und Eisprung sorgen.

Unangenehme Prozedur, aber deutliche bessere Chancen

So ist die im Spontanzyklus erfolgende Samenübertragung in die Gebärmutter (intrauterine Insemination) durch den Arzt als Einzelmaßnahme wenig effektiv (ca. 3%). Durch eine vorgeschaltete Hormonbehandlung kann die Schwangerschaftsrate auf 10-15% pro Versuch gesteigert werden.

Noch bessere Ergebnisse erzielen die laborgestützten Behandlungsmethoden (IVF, ICSI), bei denen die zuvor hormonell stimulierten Eierstöcke punktiert werden, um herangereifte Eizellen abzusaugen. Eine Alternative dazu ist das IMSI-Verfahren, bei dem die entscheidende Hormongabe erst im Laborgefäß erfolgt.

Die Prozedur mit den Hormonspritzen ist natürlich unangenehm. Wenn alles normal läuft, halten sich die Schmerzen beim Spritzen zwar in Grenzen, aber die oft wochenlange Spritz-Pflicht kann ziemlich nerven. Erst recht dann, wenn dann der erste Versuch scheitert. Aber Tatsache ist auch: Die Hormonspritzen erhöhen die Chancen. Man kann sie sich meist auch selbst geben oder aber seinen Partner bitten, dass er die Spritzen setzt. Das erspart die lästigen Arztgänge. Aber einige Frauen und Paare gehen auch lieber zum Arzt und lassen den das machen.

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