Was hat das Gerinnungssystem mit Schwangerschaftsproblemen zu tun?

Seit langem ist bekannt, dass bei Frauen mit einer erhöhten Neigung zu Fehlgeburten auch Faktoren eine Rolle spielen, die mit einem erhöhten Thrombose-Risiko einhergehen. Dazu zählt etwa der Plasminogen-Aktivator-Inhibitor Typ 1 (PAI-1).

Lassen Sie sich von der kompliziert anmutenden Nomenklatur nicht abschrecken. PAI-1 ist ein körpereigener Botenstoff, der von Zellen in der Blutgefäßwand hergestellt wird. Er ist im weitesten Sinne ein Förderer der Blutgerinnung (und damit im ungünstigsten Fall auch von Thrombosen). Und das geht so: PAI-1 verhindert die Aktivierung von Plasminigen, einem Protein. Aus Plasminogen wird normalerweise das Enzym Plasmin. Und Plasmin sorgt für die Auflösung von Blutgerinnseln. Das alles steht mit der Blutgerinnung in einem fein regulierten, wechselhaften Zusammenhang.

Mittlerweile wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt, dass eine erhöhte PAI-1-Aktivität nicht nur die Thrombose-Neigung erhöht. Offenbar wird auch das Ausbleiben oder Scheitern einer Schwangerschaft bei IVF-Patientinnen begünstigt, und zwar durch eine Hemmung der embryonalen Einnistung.

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