Ist eigentlich bewiesen, dass Kinder glücklich machen?

Ja. Was die meisten Eltern spontan bestätigen würden und kinderlose Paare manchmal anzweifeln, ist nun auch wissenschaftlich bewiesen. In einer repräsentativen 15-Jahres-Studie mit 10.000 Teilnehmern zeigte sich, dass sich Ehepaare mit Kindern weit eher als zufrieden bezeichnen als kinderlose Paare.

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Bis zu drei Kindern geht die Glücks-Kurve nur nach oben

Dabei steigt laut der Untersuchung der Glasgower Universität die allgemeine Lebenszufriedenheit von Ehepaaren schon mit dem ersten Kind und steigt dann mit jedem weiteren Kind weiter an – bis zum dritten Kind. Ab dem vierten Kind gibt es keine weitere Steigerung mehr, aber die Zufriedenheit bleibt auf hohem Niveau. Publiziert wurde diese Studie übrigens im Journal of Happiness (was es nicht alles für Zeitschriften gibt).

In einzelnen Unterpunkten gab es aber natürlich auch bei den kinderreichen Ehepaaren Unzufriedenheitsbekundungen. Etwa bei der persönlichen Freizeit oder dem Zugang zu sozialen Aktivitäten. Den Angaben der Forscher zufolge scheinen Kinder außerdem bei nicht verheirateten Paaren, Geschiedenen oder Alleinlebenden von geringerer Bedeutung für das eigene Lebensglück zu sein. Ein Kind, das in einer intakten Familie aufwächst, scheint also am glücklichsten zu machen – auch das eine bemerkenswerte Erkenntnis, die man bisher nur geahnt hatte.

Oberschicht mit 1 Kind glücklich, die Mittelschicht noch mehr ab 2 Kindern

Weitere Detailanalysen der Studie ergaben, dass Kinder das Lebensglück bei Frauen stärker ansteigen lassen als bei Männern. Außerdem sind reiche Familien meistens schon mit einem Kind glücklich, während das gefühlte Optimum der Mittelschicht bei zwei Nachkommen liegt, ein dritter Sprössling die Zufriedenheit aber sogar noch wachsen lässt.

Es ist immer wieder schön, wenn unsere Alltagserfahrungen nochmal von kompetenter, wissenschaftlicher Seite bestätigt werden: Zwar ist das Kindergroßziehen manchmal harte Arbeit und nichts für schwache Nerven – die zwischenzeitlichen und langfristigen Glücksgefühle machen das aber mehr als wett.

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Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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