Stimmt es, dass es in der Frühschwangerschaft zu einer leichten Blutung kommen kann (Einnistungsblutung)?

Ja. Bei etwa jeder fünften Schwangeren kommt es zum Zeitpunkt der Einnistung, die etwa zehn Tage nach Befruchtung der Eizelle abgeschlossen ist, zu einer leichten Blutung. Der Grund dafür sind Verletzungen der mütterlichen Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut durch die sich "eingrabende" Blastozyte, also den Mini-Embryo.

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Der blutige Ausfluss wird von den betroffenen Frauen mitunter als Regelblutung missinterpretiert.

Ist eine Einnistungsblutung bedenklich?

In der Regel ist eine Einnistungsblutung (medizinisch: Nidationsblutung) sowohl für die Schwangere als auch für den im Werden begriffenen Embryo ungefährlich. Wird die Einnistungs- mit der Regelblutung verwechselt, kann es nachfolgend – wenn die Schwangerschaft erst mit dem Ausbleiben der nächsten Menstruation erkannt wird – zu einer Fehleinschätzung der Schwangerschaftsdauer kommen. Spätestens mit der ersten Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt wird die versehentliche „Unterschlagung“ von 3-4 Schwangerschaftswochen korrigiert.

Wie bei jeder Blutung während der Schwangerschaft gilt: Wird sie stärker und/oder verspüren Sie heftige Schmerzen, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen und unnötige Zeitverluste durch Selbstheilungsversuche vermeiden. Die Abklärung von Art und Ursache der Blutung wird zu Ihrer Beruhigung beitragen und damit letztlich auch Ihrem Kind gut tun.

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Autor: Dr. Hubertus Glaser

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