Warum ist der Kaiserschnitt heute so sicher geworden?

Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts lag die Müttersterblichkeit nach Kaiserschnitt mit zweistelligen Prozentraten extrem hoch. Die risikoreiche Operation war die letzte Option im Bemühen, das Leben von Mutter und/oder Kind zu retten.

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Mittlerweile ist die Sterberate auf weit unter 1 Promille gesunken. Beim primären (geplanten) Kaiserschnitt soll es nach Meinung der Wunschkaiserschnitt-Befürworter kaum noch Unterschiede zur natürlichen Geburt geben. Damit ist heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das Risiko für Mutter und Kind, bei einem Kaiserschnitt zu sterben, kaum größer als bei einem Langstreckenflug in den Urlaub.

Technik verfeinert, Keime im Griff

Zu verdanken ist das vor allem der verbesserten Operationstechnik, der Einführung aseptischer (keimfreier) Bedingungen, den Fortschritten in der Anästhesie, dem Einsatz von Bluttransfusionen sowie von Antibiotika und Thromboseprophylaxe. Das enorm gestiegene Niveau der Hochleistungsmedizin hat die Krankheits- (Morbidität) und Sterbefälle (Mortalität) von Müttern soweit sinken lassen, dass das Risiko, bei einer Geburt sterben zu können, heute aus dem öffentlichen Bewusstsein so gut wie verschwunden ist.

Letztlich gipfelt die Entwicklung im Phänomen des „Wunschkaiserschnitts“, bei dem die Frauen – unterstützt und teilweise wohl auch forciert von den medizinischen Versorgern – auch „ohne Not“ den Kaiserschnitt gegenüber der natürlichen Geburt als Entbindungsmodus vorziehen. In einigen brasilianischen Privatkliniken führt das heute zu Kaiserschnittquoten jenseits der 70%.

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