Sind die vaginale Geburt und der Kaiserschnitt gleichwertige Entbindungswege?

Die Kaiserschnittzahlen sind seit Jahrzehnten im Ansteigen begriffen. Der enorme Zuwachs wird auch auf das Phänomen des „Wunschkaiserschnitts“ zurückgeführt. Mittlerweile stellt sich in der öffentlichen und fachwissenschaftlichen Diskussion sogar die Frage, ob die Schnittentbindung als ein der natürlichen Geburt gleichwertiger Entbindungsweg anzusehen ist.

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Die erste und einfache Antwort darauf lautet: Nein! Dies bringt auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in ihrer Kaiserschnitt-Leitlinie so zum Ausdruck.

Entscheidend ist das Ergebnis, nicht der Zeitgeist

Die zweite und differenziertere Antwort lautet: Wenn Sie sich nach umfassender und vielseitiger Information für einen Kaiserschnitt entscheiden, ist Ihre Wahl als die für Sie bestmögliche Option zu respektieren. Selbstverständlich ist die Geburt Ihres Kindes auf diesem Weg auch als völlig „gleichwertig“ zu allen anderen Varianten zu betrachten. Denn entscheidend ist das Ergebnis – ein möglichst gesundes Kind mit einer möglichst gesunden Mutter – und nicht der Geburtsmodus.

Diskriminierungen und Schuldgefühle, wie sie Frauen nach einer Sectio in Befragungen berichten, sind ebenso fehl am Platz wie der vorschnelle Verzicht auf das natürliche Geburtserlebnis. Dessen Natürlichkeit macht sich (auch) an harten Fakten zur kindlichen und mütterlichen Gesundheit fest, und nicht (nur) an einer verklärten Vorstellung vom ursprünglichsten aller menschlichen Ereignisse.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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Kommentare (2)
Kaiserschnitt, gleichwertiger Entbindungsweg
2 Mittwoch, den 20. September 2017 um 14:25 Uhr
Sonja Rebassa
Ich betrachte den Kaiserschnitt (primäre Sectio) auf jeden Fall als gleichwertig. Da das Risiko in diesem Fall für das Kind gleich Null ist, und das Risiko für die Mutter nur geringfügig erhöht ist, ist es die sicherste Methode.
Die Frauen werden nur über die Risiken des Kaiserschnitts informiert, die der natürlichen Geburt werden verschwiegen. Das ist sogar rechtens.
Wenn man einerseits die Wahlfreiheit hat, aber nur einseitig informiert wird, dann handelt es sich um Manipulation.
Ist das Absicht? Wenn die Risiken der natürlichen Geburt geringer wären, müsste man sie ja nicht verheimlichen? Wer will uns Frauen da eigentlich für dumm verkaufen?
Kaiserschnittentbindungen
1 Sonntag, den 26. Juli 2015 um 21:02 Uhr
Karina Holderied
Auf gar keinen Fall ist dies gleich anzusehen! Eine natürliche Entbindung ist immer besser, da die Babys bei der Geburt Schleim schlucken, der hinterher für eine gute Darmflora sorgt!
Ich habe 2 Kinder, beide mussten per Kaiserschnitt geboren werden. Ich bin froh, dass es den Kaiserschnitt gibt, jedoch sollte den Eltern nahegelegt werden, eine Darmsanierung bei dem Kind zu machen! Leider wird hier viel zu wenig berichtet! Kaiserschnittkindern fehlen die guten Bakterien wie zb Bifidobakterien. Dies kann zu Nahrungsmittelintoleranzen führen!
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