Fehlgeburt: Wer ist schuld?

Der Beginn des Lebens stellt in verschiedener Hinsicht dessen sensibelste und gefährlichste Phase dar. Wenn ein Kind in der Schwangerschaft stirbt oder seine Geburt nicht (längere Zeit) überlebt, ist dies meist ein schicksalhaftes Ereignis. Es sollte und muss dann letztlich auch als ein solches angenommen werden, so schwer das den Eltern verständlicherweise fällt.

In der Regel hätten weder die Eltern noch ihre medizinischen Betreuer und Geburtshelfer diesen Schicksalsschlag verhindern können, auch mit größtmöglichem Einsatz nicht.

Schuldfragen bringen nichts

Grundsätzlich kommen elterliche, vor allem maternale (mütterliche), fetoplazentare (Kind und Mutterkuchen betreffende) sowie äußere Einflüsse als Gründe für eine Fehlgeburt in Betracht. Das Verständnis der zugrundeliegenden Prozesse kann die seelisch reinigende Aufarbeitung des Geschehens fördern. Nicht hilfreich ist es dagegen, sich mit Selbstzweifeln und Schuldfragen zu quälen, zumal sich die Ursache in vielen Fällen nicht finden lässt.

Für die Mehrzahl der Frauen bleibt es glücklicherweise bei einer einmaligen Fehlgeburt. Wird sie dagegen mehrfach erlitten, sollte eine umfassende Diagnostik erfolgen, um die Ursachen und eventuelle Vorbeugemaßnahmen, soweit möglich, aufzudecken.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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