Wie wird der Geburtstermin errechnet?

Zur Berechnung des Geburtstermins wird aus praktischen Gründen (da der genaue Empfängniszeitpunkt eher selten bekannt ist) vom ersten Tag der letzten Regelblutung ausgegangen. Er gilt üblicherweise als erster Schwangerschaftstag, auch wenn die eigentliche Befruchtung erst rund zwei Wochen später erfolgt ist.

Unsere 10 wichtigsten Tipps zur Schwangerschaft

weiterlesen...

Da für die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer von der Befruchtung bis zur Geburt 266 Tage angenommen werden, rechnen Sie also 266 + 14 Tage = 280 Tage vom ersten Tag der letzten Regelblutung an. Das sind exakt 40 Wochen (oder 10 Mondmonate). Sollten Sie dagegen Ihr Empfängnisdatum kennen, liegt der Geburtstermin von diesem aus gerechnet 38 Wochen später.

Trick für das Kopfrechnen

Doch wie fügt man dem Stichtag auf die schnelle 40 Wochen hinzu? Das geht folgendermaßen: 7 Tage addieren (zum Datum des ersten Tages Ihrer letzten Periode) und dann 3 Monate abziehen.

Oder anders ausgedrückt: Datum des ersten Tages der letzten Regel + 7 Tage - 3 Monate + 1 Jahr.

Diese Formel ist auch als Naegele-Regel bekannt, denn sie geht auf den Heidelberger Gynäkologen Franz Naegele (1778-1851) zurück. Vor dem 19. Jahrhundert hat man sich wahrscheinlich nicht so viel Gedanken darum gemacht.

Beispiel:

  • Beginn der letzten Regelblutung: 20. September
  • Berechnung: 20. September + 7 Tage = 27. September – 3 Monate = 27. Juni
  • Ergebnis: Der 27. Juni des darauffolgenden Jahres ist somit der voraussichtliche Geburtstermin.

Vorgehen bei abweichender Zykluslänge:

Falls Ihre Zykluslänge vom 28-Tage-Rhythmus abweicht, kommt die erweiterte Naegele-Regel zur Anwendung. Hier wird dann noch die entsprechende Anzahl an Tagen addiert (Zyklus > 28 Tage) oder subtrahiert (Zyklus < 28 Tage):

Beispiel:

  • Zykluslänge 27 Tage
  • Beginn der letzten Regelblutung: 20. September
  • Berechnung: 20. September + 7 Tage = 27. September – 3 Monate = 27. Juni - 1 Tag = 26. Juni
  • Ergebnis: Der 26. Juni des darauffolgenden Jahres ist somit der voraussichtliche Geburtstermin.

Was nützt all das Rechnen?

Wenn Sie mit dem Rechnen fertig sind, müssen Sie allerdings auch eine weitere Information in Ihre Planungen einarbeiten: Nur 4% aller Kinder halten sich an die Vorausberechnung. Beim tatsächlichen Geburtstermin gibt es also (unabhängig von der Zykluslänge) mehr Ausnahmen als Regel.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn