Schwangerschaft: alles, was Sie wissen müssen

Übersicht

Mit zwei Zellen fängt es an

Eine Schwangerschaft beginnt definitionsgemäß mit der Vereinigung von Ei- und Samenzelle und umfasst in der Regel einen Zeitraum von 40 Wochen bzw. 10 Monaten nach der letzten Menstruation. Der Embryo bzw. Fötus, so wird er ab der 9. Schwangerschaftswoche bezeichnet, wächst – durch Fruchtwasser und eine dicke Muskelschicht geschützt – in der Gebärmutter heran.

Sauerstoff und Nährstoffe erhält er während der gesamten Schwangerschaft von der Plazenta, mit der er über die Nabelschnur verbunden ist. Die Plazenta ist dabei nicht nur für die Ernährung des Embryos zuständig, sie transportiert auch Schad- und Stoffwechselprodukte ab und produziert für die Schwangerschaft wichtige Hormone. Diese sind nicht nur für den Aufbau und den Erhalt der Schwangerschaft wichtig, sondern unterstützen auch die Anpassung der Mutter an die veränderte Körpersituation.

Nach drei Monaten ist alles angelegt

In jedem Monat der Schwangerschaft gibt es neue Meilensteine, die bei einem heranwachsenden Kind beobachtet werden können. Während in den ersten drei Monaten die meisten Organe angelegt werden, legt das Kind in den letzten drei bis vier Monaten nur noch an Größe und Gewicht zu und wäre außerhalb des Mutterleibes bereits lebensfähig.

Auch bei der werdenden Mutter passiert eine ganze Menge, um dem Kind optimale Bedingungen zu schaffen und sich auf die herannahende Geburt vorzubereiten – ein Prozess, der nicht immer nur angenehm ist.

Regelmäßige Untersuchungen

Um den Schwangerschaftsverlauf zu beobachten und mögliche Komplikationen, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten können, möglichst frühzeitig zu erkennen, werden schwangere Frauen in Deutschland sehr engmaschig überwacht.

Zu Beginn finden alle vier Wochen gynäkologische Termine statt, ab der 32. Woche alle zwei Wochen; bei Überschreitung des errechneten Geburtstermins sogar alle zwei Tage. Insgesamt sieht eine schwangere Frau ihren behandelnden Arzt daher etwa 10 bis 12 Mal innerhalb einer Schwangerschaft.

Die ärztliche Vorsorge umfasst dabei eine ganze Palette verschiedener Untersuchungen. Neben der Untersuchung von Blut und Urin wird die mütterliche Gewichtsentwicklung genau festgehalten und dokumentiert, finden regelmäßig Ultraschalluntersuchungen des Kindes statt und im späteren Verlauf auch CTG-Untersuchungen, die Bewegungen und Herzschlag des Kindes sowie die Gebärmutteraktivität der Mutter aufzeichnen.

Lesen Sie dazu auch:
Allgemeine Fragen zur Schwangerschaft

Dauer der Schwangerschaft

Schwangerschaftswochen (SSW)

Eine Schwangerschaft dauert im Durchschnitt 40 Wochen +/- 10 Tage. Dabei werden die 40 Wochen ab dem Zeitpunkt der letzten Menstruation gerechnet, was einer Gesamtdauer von 10 Monaten entspricht.

Zur Bestimmung des genauen Tages bzw. der aktuellen Schwangerschaftswoche werden abgeschlossene Wochen plus abgeschlossene Tage der laufenden Schwangerschaftswoche angegeben. Beispielsweise wird der 5. Tag der 24. Schwangerschaftswoche beschrieben mit 23+4. Wenn Sie sich also am 1. Tag der 19. Woche befinden, so wird dies mit 18+0 Schwangerschaftswochen beschrieben, da die 18. Woche abgeschlossen, jedoch noch kein ganzer Tag der 19. Woche beendet ist.

Frühgeburt und Übertragung

Frühgeburten sind Kinder, die vor dem Abschluss der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen (< 36+6), während man bei einer Geburt erst nach der vollendeten 42. SSW von einer Übertragung spricht.

Verlauf der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft entsteht aus der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zur sogenannten Zygote. Dies geschieht in der Regel im Eileiter innerhalb von 24 Stunden nach dem Eisprung. Die Zygote wandert anschließend entlang des Eileiters in Richtung Gebärmutterhöhle und teilt sich dabei immer weiter. Nach etwa sechs Tagen kommt es zur Einnistung der jetzt als Blastozyste bezeichneten Zellansammlung und fortan zum stetigen Wachstum der werdenden Frucht.

Die Einteilung der Schwangerschaft erfolgt klassischerweise in drei Abschnitte zu je 13 Wochen bzw. etwa drei Monaten (Trimenon), in denen viele wichtige Ereignisse mit Mutter und Kind stattfinden.

1. Erstes Trimenon

Die ersten drei Monate der Schwangerschaft sind durch ein sehr rasches Wachstum des Embryos sowie die hormonelle Umstellung bei der Mutter geprägt. Dies geht mit den typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Heißhunger und Müdigkeit einher. Bereits ab der dritten Woche kommt es zu ersten körperlichen Veränderungen wie beispielsweise einer leichten Zunahme des Brustumfanges.

Da die meisten Abgänge sonographisch festgestellter Schwangerschaften um die 10. bis 12. Woche stattfinden, wird in der Regel auf eine Bekanntgabe der Schwangerschaft während des ersten Trimenons verzichtet.

a) erster Monat (SSW 3-4)

In der ersten Hälfte des ersten Monats sind Sie streng genommen noch gar nicht schwanger. Denn erst um die zweite Woche kommt es zu Eisprung und Befruchtung der Eizelle durch das Spermium. Nach einer 5- bis 6-tägigen Wanderung der Zygote in die Gebärmutterhöhle kommt es in der 3. SSW zur Einnistung der nun im Blastozystenstadium befindlichen Frucht. Die Einnistung ist nach 14 Tagen abgeschlossen und findet normalerweise in Vorder- oder Hinterwand der Gebärmutter statt.

b) zweiter Monat (SSW 5-8)

Zwischen der 5. und der 8. Schwangerschaftswoche stellt sich Ihr Körper allmählich auf die Schwangerschaft ein. Ausgelöst durch die veränderten Hormonspiegel und vor allem das beta-HCG, das durch die Fruchtanlage gebildet wird, kommt es bei 50-90% aller schwangeren Frauen zu Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen.

Erste Herzschläge

Die Gebärmutter beginnt bereits zu wachsen und dehnt die Mutterbänder, was zu dumpfen bis ziehenden Schmerzen im Unterleib und der Leistengegend führen kann. Im zweiten Monat bilden sich beim Embryo bereits Anlagen größerer Organe. Beispielsweise entstehen Ansätze von Gehirn und Rückenmark, aber auch von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen. Ab der 7. Woche kann mittels Ultraschalldiagnostik ein sanfter, aber schneller Herzschlag von 140-150 Schlägen/min. nachgewiesen werden.

Am Ende des zweiten Monats ist der Embryo zwischen 9 und 15 mm lang.

c) dritter Monat (SSW 9-12)

Während sich im dritten Monat bei Ihnen äußerlich noch recht wenig von der bestehenden Schwangerschaft zeigt, tut sich innerhalb der Gebärmutter eine Menge. Feine Organsysteme wie Ohren, Augen, Finger und Zehen bilden sich aus. Auch die Anlagen der Milchzähne sind mit Abschluss des dritten Monates bereits vorhanden, und der Embryo bewegt sich erstmals. Er wiegt nun bereits 15 g und ist etwa 50-60 mm lang.

Mehr Blut, mehr Wasser

Um eine optimale Versorgung des Embryos zu gewährleisten, steigt Ihr Blutvolumen um 1,5 Liter, von etwa 5 l auf 6,5 l an, wodurch Ihr Herz schneller schlagen muss und Ihre Leistungsfähigkeit abnimmt. Es kann jetzt vermehrt auch zu Wasseransammlungen in den Beinen oder zu Krampfadern kommen. Das erhöhte Volumen im Körper kann, gemeinsam mit der wachsenden Gebärmutter, die zunehmend auf die Blase drückt, zu einem gesteigerten Harndrang sowie vermehrtem Wasserlassen führen.

2. Zweites Trimenon

a) vierter Monat (SSW 13-16)

Mit Überschreiten der 12. SSW ist für viele werdende Eltern der Zeitpunkt erreicht, die Schwangerschaft bekanntzugeben. Denn diese gilt nun als stabil.

Durch eine Umstellung der Produktion von schwangerschaftserhaltenden Hormonen vom Eierstock auf die Plazenta kommt es zum Abfall der beta-HCG-Konzentration im Blut und damit in der Regel zu einer Besserung von Übelkeit und Erbrechen. Bei sehr schlanken Frauen zeichnet sich ab der 13. Woche zudem langsam ein kleines Bäuchlein ab. Außerdem kann es, bedingt durch die hormonelle Situation, zur Ausbildung einer dunklen Linie zwischen Bauchnabel und Schambein kommen, der sogenannten Linea nigra.

In der Regel werden Sie ab jetzt etwa 250 g pro Woche zunehmen, was neben dem Wachstum von Gebärmutter, Fötus und den Brüsten auch auf die vermehrten Einlagerungen von Wasser zurückzuführen ist.

Junge oder Mädchen?

Der Fötus selbst beginnt ab dem vierten Monat rasch an Größe und Gewicht zuzulegen. Daneben bilden sich die Organsysteme weiter aus, insbesondere die Lunge und das Verdauungssystem reifen heran.

Während die Atemmuskulatur durch vermehrtes Auftreten von Schluckauf auf ihren Einsatz nach der Geburt trainiert wird, wird das Verdauungssystem bereits im vierten Schwangerschaftsmonat in Betrieb genommen. Der Fötus schluckt Fruchtwasser, das über seinen Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen und anschließend mit dem Urin wieder in das Fruchtwasser abgegeben wird. Am Tag wird das Fruchtwasser so zweimal ausgetauscht.

Am Ende des vierten Monats kommt es für viele Eltern zu einem spannenden Aspekt in der Entwicklung ihres Kindes: Die äußeren Genitalien bilden sich heraus, das Geschlecht des Fötus wird sichtbar. Am Ende des vierten Monats ist der Fötus bereits um die 10 cm lang und 100 g schwer.

b) fünfter Monat (SSW 17-20)

Der fünfte Monat markiert für viele schwangere Frauen den Beginn einer beschwerdefreien und doch ereignisreichen Zeit. Die Gebärmutter steigt in dieser Zeit bis zum Bauchnabel auf, der Fötus verdoppelt bis verdreifacht sein Gewicht, und oftmals sind zwischen der 18. und der 20. SSW die ersten Kindsbewegungen spürbar, die wie ein leichtes Kribbeln, der Schlag von Schmetterlingsflügeln oder ein sanftes Anstupsen wahrgenommen werden.

Durch das rasche Wachstum der Gebärmutter kann es im fünften Monat zu einem Ziehen in der Leistengegend sowie zu Rückenschmerzen kommen. Durch den erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen nehmen Wadenkrämpfe in dieser Zeit zu, und der Eisenspiegel fällt oftmals merklich ab.

c) sechster Monat (SSW 21-24)

Mit dem Beginn des sechsten Monats nimmt der Fötus weiter an Größe und Gewicht zu. Dies geschieht vor allem über eine Vermehrung des Unterhautfettgewebes, das bis dato nur rudimentär entwickelt war. Weiterhin bekommt der Fötus Finger- und Fußnägel sowie Haare.

Neben der Verknöcherung des Skelettes ist der sechste Monat auch von einer raschen Entwicklung des Gehirns geprägt. Dies hat zur Folge, dass das Kind beginnt, auf äußere Reite wie Stimmen, Licht oder Temperatur zu reagieren. Beispielsweise kann es durch das Trinken von kaltem Wasser aufgeweckt werden oder durch den mütterlichen Stimmklang in den Schlaf gewogen werden.

Am Ende der 24. Schwangerschaftswoche misst der Fötus etwa 25 cm und wiegt um die 500 g.

Die schönste Zeit der Schwangerschaft

Die 24. Woche stellt für viele werdende Eltern einen weiteren Meilenstein dar: Ab jetzt bestehen für das Kind auch außerhalb des Mutterleibes, wenn auch mit umfassender intensivmedizinischer Betreuung, gute Überlebenschancen.

Im sechsten Monat fühlen sich viele Frauen sehr vital und fit. Die Gebärmutter steigt etwa auf Nabelhöhe an, das Brustwachstum wird weiter fortgesetzt. Es bestehen wenige Beschwerden, das Leben mit Babybauch kann in vollen Zügen ausgekostet werden. Genießen Sie diesen Abschnitt der Schwangerschaft also ganz bewusst!

3. Drittes Trimenon

Im dritten Monat der Schwangerschaft ist der Fötus bereits sehr gut entwickelt. Er nimmt nun hauptsächlich an Größe und Gewicht zu und sammelt Kraft für die anstehende Geburt.

Für Sie hingegen wird besonders das Ende des dritten Trimenons wieder etwas anstrengender. Dafür auch umso intensiver, denn das Kind ihm Mutterleib führt nun schon sein eigenes Leben. Oftmals ist bereits die Andeutung eines Schlaf-Wach-Rhythmus erkennbar, Bewegungen und Schluckauf werden deutlicher zu spüren sein denn je.

a) siebter Monat (SSW 25-28)

Am Ende des siebten Monates wiegt der Fötus etwa 1 kg und hat eine Länge von 35 cm. Er hat nun noch relativ viel Platz, sich zu bewegen und dreht sich teilweise noch von der einen in die andere mögliche Geburtsposition. Außerdem öffnet er erstmalig die Augen und kann auf gezielte Lichtreize reagieren.

Durch die große Menge an Fruchtwasser und die sich weiter ausdehnende Gebärmutter kommt es zum Druck auf umliegende Organe, sodass sich etwa Ihre Lunge nicht mehr richtig ausdehnen kann und Kurzatmigkeit entsteht. Auch dem Magen bleibt weniger Platz, was ein schnelleres Sättigungsgefühl zur Folge hat. Durch Druck auf den unteren Rücken besteht die Gefahr von Ischiasbeschwerden und der Ausbildung von Hämorrhoiden. Besonders im Sommer kommt es weiterhin zu teilweise erheblichen Wassereinlagerungen in Armen, Händen, Beinen und Füßen.

b) achter Monat (SSW 29-32)

Auch im achten Monat legt das Kind weiter an Größe und Gewicht zu, sodass es mit dem Ende der 32. Schwangerschaftswoche etwa 40 cm lang ist und bis zu 1700g  wiegt. Bei der Schwangeren kann es bereits zu ersten Übungswehen kommen. Übungswehen, auch Vorwehen genannt, sind ein erstes, schmerzloses Zusammenziehen der Gebärmutter. Vorbereitungswehen entstehen spontan, können durch Stress oder körperlicher Anstrengung aber auch provoziert werden. Dies ist dann ein Signal des Körpers, etwas langsamer zu machen und wieder mehr auf sich zu achten.

Durch den veränderten pH-Wert im Scheidengang sind Sie in diesem Monat außerdem besonders anfällig für Pilz- oder bakterielle Infektionen der Schleimhaut.

c) neunter Monat (SSW 33-36)

Vier bis sechs Wochen vor der Geburt senkt sich der Bauch langsam ab. Dies bedeutet, dass sich der kindliche Kopf im kleinen Becken einstellt und sich das Kind somit in Geburtsposition begibt. Liegt das Köpfchen im kleinen Becken, ist es für das Kind nahezu unmöglich, sich nochmals zu drehen. Zudem wird der Platz im Mutterleib durch eine weitere Größen- und Gewichtszunahme immer eingeschränkter.

Etwa 93% aller ungeborenen Kinder liegen im neunten Monat mit dem Kopf im kleinen Becken und damit in optimaler Geburtsposition, der Schädellage.

Der Bauch beginnt, sich zu senken

Ab der 35. SSW ist dann auch der letzte Reifungsprozess, die Lungenreifung des Kindes, abgeschlossen. Das Kind ist am Ende des neunten Monates etwa 45 cm lang und wiegt knapp 3 kg.

Durch das Absenken des Bauches bekommen Ihr Magen und Ihre Lunge wieder etwas mehr Platz, sodass Atmung und Nahrungsaufnahme leichter fallen. Bei vielen Frauen treten im neunten Monat Schlafstörungen auf, die als Vorbereitung auf die Nächte mit Kind angesehen werden können.

d) zehnter Monat (SSW 37-40)

Bis zum Ende der Schwangerschaft werden Sie durchschnittlich 10-15 kg an Gewicht zugenommen haben. Kurz vor der Geburt kommt es bei vielen schwangeren Frauen zu einer Stagnation der Gewichtszunahme oder sogar zu einem leichten Gewichtsverlust. Vorwehen treten nun mit einer größeren Regelmäßigkeit auf und können bereits ein leichtes Ziehen verursachen.

In den letzten vier Wochen der Schwangerschaft nimmt das Kind bis zu 300 g pro Woche an Gewicht zu, sodass es am Ende der Schwangerschaft zwischen 3 und 4 kg wiegt und um die 50 cm lang ist. Der Durchmesser des kindlichen Kopfes beträgt etwa 10 cm.

4. Geburt

Die Schwangerschaft endet mit der Geburt des Kindes um die 40. Woche nach der letzten Regelblutung. Nur etwa 3-4% aller Kinder kommen dabei zum Termin zur Welt, die meisten Babys werden in dem Zeitraum von etwa 10 Tagen vor bis 10 Tage nach dem Termin geboren.

Bei vielen werdenden Müttern kündigt sich die nahende Geburt durch bestimmte Symptome an. Hierzu zählen unter anderem der Abgang eines blutig-tingierten Schleimpfropfes (sogenannte Zeichnungsblutung), Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall, oder auch das Platzen der Fruchtblase (sogenannter vorzeitiger Blasensprung).

Nach dem Beginn der ersten muttermundwirksamen Wehen bis zur Geburt des Kindes vergehen bei Erstgebärenden im Schnitt um die 12 bis 14 Stunden, wobei die ersten 12 Stunden durch Eröffnungswehen dem Öffnen des Muttermundes auf ca. 10 cm dienen und die restlichen 1 bis 2 Stunden der Austreibung des Kindes mittels Presswehen.

Gut zu wissen:
Häufige Fragen zur Zeit während der Schwangerschaft

Schwangerschaftstests

Die Feststellung einer Schwangerschaft kann auf unterschiedliche Weisen erfolgen. Die gängigste Methode ist der Schwangerschaftstest, der selbst durchgeführt werden kann. Dieser misst ein bestimmtes Hormon im Urin, das sogenannte beta-HCG, das durch die heranwachsende Furcht im Mutterleib produziert wird und besonders im konzentrierten Morgenurin in größeren Mengen vorkommt.

Verfärbung beider Streifen = schwanger

Gängige Schwangerschaftstests sind in der Apotheke oder in Drogeriemärkten erhältlich und können erst nach dem Ausbleiben der Regel angewendet werden. Nachdem der Teststreifen des Schwangerschaftstests mit Urin benetzt wurde, zeigt er innerhalb von 40 Sekunden bis 10 Minuten das Ergebnis an.

Einfache Tests bestehen aus zwei Streifen, von denen sich im Falle einer Schwangerschaft beide anfärben. Modernere Testvarianten können auf einem digitalen Anzeigefeld bereits relativ genau die Schwangerschaftswoche angeben.

Zur Sicherheit zum Gynäkologen

Herkömmliche Schwangerschaftstests sind, wenn sie richtig angewendet werden, relativ sicher. Anders verhält es sich hingegen mit Frühtests, die bereits einige Tage vor der erwarteten Regelblutung durchgeführt werden können. Diese Tests liefern öfter falsch-negative Ergebnisse, was bedeutet, dass eine Schwangerschaft besteht, obwohl der Test ein negatives Ergebnis anzeigt.

Doch auch herkömmliche Tests können in seltenen Fällen falsch-negativ oder falsch-positiv ausfallen. Daher ist es sinnvoll und wichtig, bei einem begründeten Verdacht auf das Bestehen einer Schwangerschaft einen Gynäkologen aufzusuchen. Dieser wird neben einem weiteren Urintest eine vaginale Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter durchführen und ggf. noch Blut entnehmen, um eine Schwangerschaft im Zweifelsfall sicher bestätigen oder ausschließen zu können.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier:
Schwangerschafts-Diagnostik

Bestimmung des Geburtstermins

Nach der Befruchtung der mütterlichen Eizelle dauert eine Schwangerschaft plus/minus 40 Wochen, gerechnet vom Zeitpunkt der letzten Periode. Das Schwangerschaftsalter bzw. der Entbindungstermin kann rechnerisch oder auch durch eine Ultraschalluntersuchung ermittelt werden.

Der Geburtstermin ist in sofern wichtig, als er bei jeder Untersuchung der Schwangerschaft Richtwerte liefert, wie groß und wie schwer das Kind und bzw. was sich Stück für Stück entwickelt haben sollte.

1. Rechnernische Bestimmung

Die rechnerische Bestimmung des Geburtstermins ist die gängigste Methode zur Einschätzung des Schwangerschaftsalters. Viele Rechner, die auch online abgerufen werden können, basieren darauf.

Unterschieden wird dabei zwischen:

  • der einfachen Naegele-Regel: Voraussetzung für die Anwendung der einfachen Naegele-Regel ist, dass Ihr Zyklus genau 28 Tage lang sein muss. Trifft dieses Kriterium zu, errechnet sich der Geburtstermin folgendermaßen: Erster Tag der letzten Regelblutung + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr. Wenn Ihre letzte Regelblutung beispielsweise am 9.4.2018 war, wird der voraussichtliche Geburtstermin am 16.01.2019 liegen.
  • der erweiterten Naegele-Regel: Die erweitere Naegele-Regel wird dann angewandt, wenn Ihre Zykluslänger länger oder kürzer als 28 Tage ist. Die Differenz zu den 28 Tagen wird bei der Erweiterung der Regel mit in die Rechnung einbezogen: Erster Tag der letzten Regelblutung + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr +/- Abweichung Ihres Zyklus von den regulären 28 Tagen. Wenn Sie beispielsweise einen Zyklus von 27 Tagen haben und die letzte Periode am 09.04.2018 war, errechnet sich der Geburtstermin folgendermaßen: 09.04. + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr – 1 Tag und läge damit am 15.01.2019

Die Naegele-Regel liefert den Tag, an dem die größte Geburtswahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Tatsächlich kommen nur etwa 3% aller Kinder am errechneten Termin auf die Welt. Dennoch gelten Geburten bis drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Datum als Termingeburten, was auf etwa 90% aller Geburten zutrifft.

2. Bestimmung mittels Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung des Embryos erfolgt etwa bis zur 12. Woche von vaginal her, nach der 12. Woche dann durch die Bauchdecke. Je nach Alter bzw. Größe des Embryos werden unterschiedliche Maße angesetzt, um den Geburtstermin zu bestimmen:

  • größte Länge: Die größte Längenausdehnung des Embryos kann nur in sehr frühen Stadien zur Berechnung des Geburtstermins verwendet werden. Es wird dabei die größte Längenausdehnung der ersten Anlagen genutzt.
  • Scheitel-Steiß-Länge: Bei der Berechnung der Scheitel-Steiß-Länge wird das Längenmaß vom Beginn des Scheitels des Embryos bis zum tiefsten Punkt des Steißes gemessen. Diese Methode kann von der 6. bis zur 12. Woche angewendet werden und liefert eine relativ gute Einschätzung.
  • Scheitel-Fersen-Länge: Vom Scheitel zur Ferse kann die Vermessung ab der 12. Woche vorgenommen werden. Aufgrund der Gelenkstellungen ist eine genaue Berechnung jedoch schwer und sehr fehleranfällig und damit unzuverlässiger als die Abschätzung des Geburtstermins aus der Scheitel-Steiß-Länge.

Obwohl es sich immer noch um Tendenzen und keine ganz genauen Termine handelt ist die ultraschallgestützte Abschätzung des Entbindungstermins dennoch genauer als die mit der Naegele-Regel ermittelten Ergebnisse.

Schwangerschaftszeichen

Schwangerschaftszeichen sind Veränderungen des weiblichen Körpers, die Hinweise auf eine bestehende Schwangerschaft liefern. Es gibt unsichere und sichere Schwangerschaftszeichen.

Unsichere Schwangerschaftszeichen

Unter unsicheren Schwangerschaftszeichen werden Veränderungen des weiblichen Körpers verstanden, die oftmals im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft entstehen. Die Zeichen können aber auch eine andere Ursache haben, weswegen sie kein sicherer Beweis dafür sind, dass Sie schwanger sind oder nicht.

Zu den unsicheren Schwangerschaftszeichen zählen unter anderem:

  • Ausbleiben der Monatsblutung
  • vor allem morgendlich auftretende Übelkeit und Erbrechen
  • Spannungsgefühl und Größenzunahme der Brüste
  • Dunkelfärbung der Brustwarzen
  • livide Verfärbung der Scheide bzw. des Scheideneingangs
  • Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen

Sichere Schwangerschaftszeichen

Sichere Schwangerschaftszeichen sind im Gegensatz zu den unsicheren ein Beweis dafür, dass eine Schwangerschaft besteht. Im Prinzip können sie als objektiver Nachweis eines lebendigen Embryos bzw. Kindes im Mutterleib angesehen werden. Zu den sicheren Schwangerschaftszeichen gehören:

  • beta-HCG-Nachweis aus dem Blutserum oder dem Morgenurin (etwa ab der 4.-5. SSW möglich)
  • Nachweis einer Embryonalanlage in der Gebärmutterhöhle mittels vaginaler Ultraschalluntersuchung (ab der 5.-6. SSW möglich, wobei beweisende Herzaktionen erst ab der 7. Woche gesehen werden können)
  • Nachweis von kindlichen Herztönen mittels Dopplersonographie (ab der 12. SSW möglich)
  • Wahrnehmung von kindlichen Bewegungen (ab der 18.-22. Wochen möglich)
  • Nachweis kindlicher Herztöne im Cardiotokogramm (CTG), (ab der 24. Woche möglich)

Veränderungen im weiblichen Körper

Ohne Schwangerschaft kommt es bei geschlechtsreifen Frauen alle 25 bis 31 Tage zur Regelblutung. Unter dem Einfluss von Östrogenen baut sich die Gebärmutterschleimhaut anschließend wieder auf, und eine Eizelle reift in einem der beiden Eierstöcke heran.

Um den 12. bis 14. Tag nach der Periode findet dann der Eisprung statt. In dem betreffenden Eierstock verbleibt das Corpus luteum, quasi die Hülle des gesprungenen Eis, die fortan für etwa 10 Tage Progesteron produziert. Unter dem Einfluss dieses Hormons stellt sich der Körper auf eine mögliche Schwangerschaft ein.

Progesteron und andere Hormone

Wird die Eizelle nicht befruchtet oder nistet sich nach Befruchtung nicht ein, sinkt der Progesteronspiegel nach knapp zwei Wochen ab, und die Menstruation setzt ein. Kommt es jedoch zu Befruchtung und Einnistung des Verschmelzungsproduktes aus Ei- und Samenzelle, wird die Progesteronproduktion durch das Corpus luteum fortgesetzt und die Schwangerschaft so erhalten.

Neben dem Progesteron kommt es zum Anstieg einer Vielzahl weiterer Hormone, deren Funktion im Folgenden kurz erläutert werden soll:

  • beta-HCG: HCG wird vor allem in der Frühschwangerschaft durch die sich ausbildende Plazenta gebildet. Es regt das Corpus luteum des Eierstocks an, seine Progesteronproduktion fortzusetzen und trägt so entscheidend zur Erhaltung der Schwangerschaft bei. Weiterhin wird das HCG für viele der in den ersten Wochen auftretenden Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit und Unwohlsein verantwortlich gemacht. HCG erreicht seine maximale Konzentration um die 10. Woche und fällt danach kontinuierlich ab.
  • Progesteron: Die ersten 10 Wochen der Schwangerschaft wird Progesteron durch das Corpus luteum unter dem Einfluss von beta-HCG gebildet. Im Anschluss übernimmt die Plazenta die Produktion von Progesteron, dessen Konzentration während der gesamten Schwangerschaft ansteigt. Neben der Erhaltung der Schwangerschaft durch die Schaffung optimaler Bedingungen in der Gebärmutter dient es auch der Zunahme des Brustgewebes und der Sekretion von Muttermilch. Kurz vor der Geburt ist es, gemeinsam mit dem Hormon Oxytocin, zudem wichtig zur Förderung der Geburtswehen.
  • Östrogen: Ähnlich dem Progesteron steigt auch die Konzentration an Östrogen während der gesamten Schwangerschaft an. Das Östrogen wirkt synergistisch mit Progesteron und unterstützt den Aufbau der Gebärmutter und die Vorbereitung der Brust auf die Milchbildung.
  • Glukokortikoide: Glukokortikoide wie das Kortison werden durch die Nebennierenrinde der Mutter gebildet und dienen hauptsächlich der Lungenreifung des Kindes ab der 24. Woche. Ein ungünstiger Nebeneffekt der Glukokortikoide ist, dass sie das Gewebe schwächen und die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen begünstigen können.
  • Schilddrüsenhormone: In der Schwangerschaft ist ein leichter Anstieg der Schilddrüsenhormone zu verzeichnen, der für die Entwicklung des Gehirns sowie des Rückenmarks des Embryos sehr wichtig ist. Durch die vermehrte Hormonproduktion kann die Schilddrüse während der Schwangerschaft leicht anschwellen.
  • Prolaktin: Durch das kontinuierliche Ansteigen von Östrogenen kommt es zum Ende der Schwangerschaft zur Produktion von Prolaktin. Dieses Hormon ist vor allem nach der Schwangerschaft wichtig, da es maßgeblich für die Ausdifferenzierung der Brustdrüsen verantwortlich ist und die Brust zur Milchbildung anregt.
  • Oxytocin: Oxytocin wird erst zum Ende der Schwangerschaft von der mütterlichen Hypophyse ausgeschüttet. Es hat zwei sehr wichtige Wirkungen. Zum einen fördert es die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur und ist damit entscheidend an der Entstehung von Wehen verantwortlich; zum anderen dient es der Mutter-Kind-Bindung.

Ernährung

Für viele Frauen ist die Ernährung ein wichtiges Thema während der Schwangerschaft. Dabei ist das Credo, eine Schwangere müsse für zwei essen, längst überholt. Während die durchschnittlich empfohlene Kalorienanzahl pro Tag bei nicht-schwangeren Frauen etwa bei 2000 kcal liegt, steigt sie im ersten Schwangerschaftsdrittel nur um etwa 100 kcal an und liegt ab dem 4. Schwangerschaftsmonat etwa bei 2500 kcal pro Tag.

Zunahme je nach Ausgangsgewicht

Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft variiert dabei von Frau zu Frau sehr stark. Anhand Ihres BMI kann grob abgeschätzt werden, wie viel Gewicht Sie während der Schwangerschaft optimalerweise zulegen sollten:

  • BMI < 18,5 (Untergewicht): empfohlene Gewichtszunahme ca. 12,5-18 kg
  • BMI 18,5-24,9 (Normalgewicht): empfohlene Gewichtszunahme ca. 11,5-16 kg
  • BMI 25,0-29,9 (Präadipositas): empfohlene Gewichtszunahme ca. 7-11,5 kg
  • BMI > 30 (Adipositas): empfohlene Gewichtszunahme ca. 5-9 kg

Wichtige Vitamine und Spurenelemente

Während sich am Kalorienbedarf in der Schwangerschaft nur wenig verändert, steigt der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Spurenelementen deutlich an. Daher sollten diese vor und während der Schwangerschaft in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden:

  • Folsäure
  • Jod
  • Eisen
  • Vitamin B12
  • Calcium

Mischpräparate mit den richtigen Zusammensetzungen der einzelnen Vitamine und Spurenelemente der aufgeführten Substanzen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich und teilweise auf das jeweilige Schwangerschaftsdrittel abgestimmt.

Alles gut waschen und durchgaren

Welche Lebensmittel Sie während der Schwangerschaft zu sich nehmen, kommt ganz auf Ihre Gelüste an – exakte Vorgaben, was Sie essen sollten und was nicht, existierten dabei nicht. Das Robert-Koch-Institut spricht allerdings einige Empfehlungen bezüglich der Ernährung in der Schwangerschaft aus, die das Infektionsrisiko insbesondere mit Toxoplasmose und Listerien über die Nahrung verringern sollen.

Toxoplasmen und Listerien sind Keime, die über die Nahrung in den Körper gelangen und besonders in der Frühschwangerschaft Schäden beim Kind hervorrufen können. Um sich zu schützen, sollten Sie vor allem auf ungewaschene und ungegarte Lebensmittel verzichten und besonders folgende Produkte meiden:

  • Rohmilchprodukte wie Rohmilchkäse oder rohen Fisch, da diese Produkte ggf. die Gefahr einer Listeriose bergen
  • rohes Fleisch, da Toxoplasmen hier gehäuft vorkommen können. Auch in Katzenkot kann die Gefahr der Toxoplasmose lauern, weswegen Sie während der Schwangerschaft auf das Säubern des Katzenklos verzichten sollten.

Lesen Sie dazu auch:
Ernährung in der Schwangerschaft

Autorin: Lisa Wunsch

Quellen

Kirschbaum et a.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme Verlag, 2005.

Goerke et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe, Urban & Fischer, 2010.

Robert-Koch-Institut: Listeriose, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Listeriose.html, zuletzt aufgerufen am 19.04.2018.

Robert-Koch-Institut: Toxoplasmose, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Toxoplasmose.html, zuletzt aufgerufen am 19.04.2018.

Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung: https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1223/Mu-RL_2016-04-21_iK-2016-07-20.pdf, zuletzt aufgerufen am 19.04.2018.

Anzeigen