Was hilft Kindern mit Übergewicht? Und was hilft nicht?

Im Umgang mit dem Thema Übergewicht sollten Sie (für Ihr Kind und ggf. für sich selbst) folgende Empfehlungen berücksichtigen:

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Was gegen Übergewicht hilft

  • Bereits kleine Gewichtsänderungen verbessern Wohlbefinden und Gesundheit.
  • Nicht zu viel erwarten: Das Erreichen klein gesteckter Ziele ermutigt und motiviert zu weiteren Fortschritten.
  • Bleibende Gewichtsveränderungen sind in den meisten Fällen nur über eine schrittweise, kombinierte Veränderung des Ess-, Ernährungs- und Bewegungsverhaltens zu erreichen.
  • Das Gewicht bleibt in der Regel nur so lange auf niedrigerem Niveau, wie auch diese Lebensstiländerung anhält.
  • Nehmen Sie das Übergewicht und den Appetit Ihres Kindes hin und sorgen Sie lieber energisch dafür, dass es sich normal viel bewegt und gesund isst.
  • Finden Sie zusammen mit Ihrem Kind eine Sportart, die ihm Spaß macht.
  • Erlauben Sie Ihrem Kind immer, sich satt zu essen – an gesunder, vollwertiger Kost. Hungergefühle fördern die Gier nach Süßem.
  • Bereiten Sie die Nach- oder Zwischendurchspeise lieber selbst zu – mit Obst oder ein wenig Marmelade.
  • Bei den Getränken gilt: (Mineral-) Wasser, Tee, ggf. Malzkaffee statt Cola, Limo oder Saft. Das ist übrigens keine graue Theorie, sondern funktioniert im praktischen Alltag recht gut. Natürlich umso leichter, je früher und selbstverständlicher die Kinder daran gewöhnt sind.

Was gegen Übergewicht nicht hilft

  • Überzogene Ziele (z.B. Gewichtsreduktion um 20% oder gar Idealgewicht auf die Schnelle) verursachen in den meisten Fällen nur Frust.
  • Keine Crash-, Blitz- oder Wunderdiäten!
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind nie, dass es hässlich aussieht. Argumentieren Sie damit auch nicht, um andere Gewohnheiten bei ihm durchzusetzen.
  • Verzichten Sie weitgehend auf industriell hergestellte süße Produkte wie Joghurt, Quark oder Pudding (gelegentliche Ausnahmen bestätigen die Regel).
  • Achten Sie darauf, dass der Ernährungsmix Ihres Kindes fette und stark zuckerhaltige Nahrungs- bzw. Lebensmittel nur in Maßen enthält, wozu u.a. Nutella, Schokolade, Chips, Wurst, Ketchup und Pommes zählen. Auch bei den Pommes ist das Selbermachen gesünder, da sie dann nicht das appetitanregende Glutamat enthalten.
  • Führen Sie Ihr Kind erst gar nicht durch (frei zugängliche) ungesunde Nahrungsmittel zuhause in Versuchung. Und halten Sie auch das (fürs Essen) verfügbare Taschengeld in maßvollen Grenzen.
  • Keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung!

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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