Was bedeutet „adipös“ bei Kindern?

Wenn Mediziner das Wort „adipös“ verwenden, meinen sie, je nach Schweregrad, „dick“ bis „fett“ – bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

weiterlesen...

Adipositas ist der medizinlateinische Begriff für Fettsucht. Er ist definiert als übermäßige Vermehrung von Fettgewebe im Körper. Im Unterschied zum geringgradigeren „Übergewicht“ wird die Adipositas heute von Medizinern nicht mehr als individuelle Abweichung von der Norm, sondern als chronische Erkrankung betrachtet, die (auf lange Sicht) mit einem erhöhten Krankheits- und Todesrisiko einhergeht.

Dicker als 97% der Anderen?

Bei Kindern spricht man von Adipositas, wenn ihr Körpergewicht mehr als 20% über dem Längensollgewicht bzw. ihr Body-Mass-Index (BMI) über der 97. Perzentile liegt. Das hört sich jetzt schrecklich akademisch an und ist es auch. So steht es in den offiziellen Leitlinien.

Einfacher ist folgende Formel: Wenn ein Kind dicker ist als 97% der Mädchen oder Jungen in der Vergleichsgruppe, dann ist es adipös. Wenn es also bei 100 Kindern des gleichen Jahrgangs zu den drei dicksten gehört.

Allerdings bedeutet das nicht, dass bei Werten darunter alles in Ordnung ist. Im Gegenteil. Dass unsere Kinder immer dicker werden, weil sie statt draußen zu toben am Kleincomputer oder "Smart Phone" herumdaddeln (und dabei schlimmstenfalls Burger und Cola verzehren), ist ja bekannt. Warten Sie nicht, bis Ihr Kind tatsächlich adipös ist, bevor sie versuchen, gegen ein sichtbares Übergewicht anzugehen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Übergewicht finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Uebergewicht_Abnehmen

Anzeigen