Was ist ein Nachtschreck und wie unterscheidet er sich vom Albtraum?

Eine nächtliche Angstattacke in Form des Nachtschrecks wirkt auf den außenstehenden Betrachter mitunter recht furchteinflößend. Sie beginnt mit einem markerschütternden Schrei des Kindes. Wenn die alarmierten Eltern hinzueilen, finden sie ihr Kind meist so vor: sitzend im Bett, weinend, zutiefst erschreckt und verängstigt, heftig atmend, mit rasendem Puls, eventuell schwitzend, mit leerem Blick unverständliche Worte stammelnd.

Nicht verängstigt sein, wenn Ihr Kind um sich schlägt

Es kann sein, dass sich das Kind gegen Beruhigungsversuche der Eltern wehrt, um sich schlägt und tritt und den Eindruck vermittelt, vor irgendetwas fliehen zu wollen. Angesichts des dramatischen Erscheinungsbildes ist der elterliche Wunsch, das Kind beruhigen zu wollen, zwar verständlich, aber dennoch weder sehr sinnvoll noch nötig. Denn das Kind ist – im Gegensatz zum Erwachen nach einem Albtraum – nicht wach und lässt sich auch nur schwer erwecken.

Kond - Schlaf

Es gibt also fast nichts Sinnvolles zu tun, außer in Ruhe abzuwarten, auch wenn das herzlos erscheinen mag. Sie können Ihrem schreckgeplagten Kind allenfalls dadurch helfen, dass Sie eine drohende Selbstverletzung vermeiden, falls es zu panikartigen (Abwehr-) Bewegungen Ihres Sprösslings kommt. Entfernen Sie deshalb spitze und gefährliche Gegenstände aus der Reichweite Ihres Kindes und staffieren Sie das Kinderbett mit ein paar Kissen aus, bis die Angstattacke vorüber ist.

Nach einigen Minuten (die sich manchmal bis auf eine halbe Stunde ausweiten können) ist der Spuk dann endlich vorbei, der Schreck weicht aus dem Gesicht des Kindes und es schläft rasch und friedlich wieder ein. Im Gegensatz zu den Eltern kann sich ihr Sprössling am nächsten Morgen (glücklicherweise) nicht an das Geschehen erinnern.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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