Wie wird diagnostisch bei Bettnässen vorgegangen?

Wenn Sie mit Ihrem bettnässenden Kind den Arzt aufsuchen, besteht die erste diagnostische Maßnahme in einer ausführlichen Befragung. Dabei geht es um das beobachtete Beschwerdebild, das Verhalten von Kind und Eltern, die familiäre Situation und sonstige möglicherweise relevante Begleitumstände inklusive Medikamenteneinnahme. Das kann durchaus persönlich werden, muss es aber auch, wenn man der Ursache auf die Spur kommen will.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

weiterlesen...

Im nächsten Schritt wird der Kinderarzt Ihren Sprössling körperlich untersuchen. Eine Harnprobe, seltener eine Blutentnahme kann mitunter notwendig ein. Zum sicheren Ausschluss einer körperlichen Fehlbildung dient die Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege. Auch Grunderkrankungen wie Diabetes müssen als Ursache ausgeschlossen werden.

Intensivere Gerätediagnostik nur bei starkem Verdacht einer körperlichen Ursache

In manchen Fällen kann auch eine stationäre Aufnahme zur allgemeinen Abklärung sinnvoll sein, um der Störungsursache in Ruhe auf den Grund zu kommen. Dabei werden psychologische Zusatzuntersuchungen und Verlaufsbeobachtungen durchgeführt sowie in einem 24-Stunden-Protokoll die Häufigkeit des Wasserlassens und die Urinmenge erfasst.

Bei (den seltenen) Hinweisen auf eine organische Erkrankung kommen weitere diagnostische Schritte in Betracht. Dazu zählen seltsam klingende Untersuchungen wie Miktionscystourographie, Beckenboden-EMG und Uroflowmetrie. Im Zweifel dienen sie auch der Sicherheit: Denn werden Fehlbildungen des Harntrakts oder chronische Entzündungszustände über Jahre nicht erkannt, können sie zu einer lebensbedrohlichen Zerstörung der Nieren führen. Aber wie gesagt, solche Fehlbildungen sind die seltene Ausnahme.

Autor: