Ist die Behandlung von ADHS mit Medikamenten eine Notlösung?

Das kann man so sehen. Vor allem dann, wenn die vergleichsweise unkomplizierte Gabe eines Medikaments der relativ (zeit-) aufwändigen Hilfe auf anderem Wege vorgezogen wird.

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Auch der kritische Einwand, die Pillen helfen den Kindern (nur) zu funktionieren, ist nicht ganz unberechtigt.

Andererseits brauchen Kinder, die an einem ADHS-Beschwerdebild leiden, tatsächlich Hilfe. Und Medikamente wie Ritalin zählen bei schwerer Ausprägung und fachlich anspruchsvoller Diagnosestellung zum verfügbaren Arsenal der kurz- bis mittelfristigen Hilfsmittel.

Für die Erwartungshaltungen und Rahmenbedingungen in unserer Gesellschaft können die Psychopharmaka nichts. Etwas ändern daran können sie allerdings auch nicht. Der amerikanische Kinderarzt und Buchautor Lawrence H. Diller schreibt dazu: „Europa sollte ganz genau hinsehen, was bei uns geschieht, und die USA als warnendes Beispiel nehmen. (…) Es fällt uns so viel leichter, bei einem Kind eine Störung festzustellen und ihm Tabletten zu geben, als auf seine Bedürfnisse einzugehen.”

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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Kommentare (1)
Habe Fibromyalgie und ADHS! Darf Morphin und Ritalin zusammen verschrieben werden?
1 Sonntag, den 08. März 2020 um 00:33 Uhr
Nerdel
Wäre über eine Antwort sehr dankbar. Die Frage davor war: Wenn ich 100er Fentanyl bekomme, die aber ums Verrecken nicht kleben! Welche Dosis wäre vergleichbar mit Hydromorphon? Danke!