Warum wird nicht immer ausreichend über die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod informiert?

Auch wenn Ärzte und Hebammen es besser wissen müssten, findet eine ausreichende Information zu den Gefahren und Vorbeugemaßnahmen im Hinblick auf den plötzlichen Kindstod leider nicht immer statt. Das geschieht wohl nicht selten in gutgemeinter Absicht, um den Müttern – bei einem Ereignisrisiko von etwa 3:10.000 – nicht „unnötig“ Angst zu machen. Gut gemeint bedeutet in diesem Fall allerdings schlecht gemacht.

Denn auch wegen dieser Zurückhaltung werden noch immer Kinder zum Schlafen auf den Bauch statt auf den Rücken gelegt, was als ein wichtiger Risikofaktor für das SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) gilt. Bundesweit ist darauf Schätzungen zufolge sogar in mindestens 10% der Wöchnerinnenstationen nicht immer Verlass. Dabei kann das SIDS-Risiko mit dieser und anderen einfachen Maßnahmen um 90% minimiert werden, wie die mit TV-Kampagnen gestützte Aufklärung in Holland vermuten lässt. Und damit noch deutlich stärker als die in den letzten beiden Jahrzehnten in Deutschland erreichten knapp 70%.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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