Wie kann ich das Risiko für den plötzlichen Kindstod minimieren?

Mit einfachen Maßnahmen können Eltern das Risiko ihrer Kinder, am plötzlichen Säuglingstod (Sudden Infant Death Syndrome = SIDS) zu sterben, um annähernd 90% vermindern, wie zahlreiche Untersuchungen und Erfahrungen in verschiedenen europäischen Ländern vermuten lassen. In Deutschland hat die Beherzigung der Vorbeugeempfehlungen in einem Zeitraum von zwölf Jahren immerhin zu einem Rückgang der tragischen Todesfälle 67% geführt.

Was Sie tun können

Um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen, sollten Eltern

  • für eine rauchfreie Umgebung sorgen und mindestens in der Schwangerschaft und während des ersten Lebensjahres des Kindes auf das Rauchen verzichten
  • das Baby zum Schlafen auf den Rücken legen
  • das Baby in einen speziellen Baby-Schlafsack auf fester luftdurchlässiger Matratze betten, ohne Bettdecke, Kopfkissen, Kopfbedeckung, Felle, Nestchen etc.
  • bei einer Infektion der oberen Atemwege das Kind frühzeitig behandeln lassen
  • das Kinderbett ins Elternschlafzimmer stellen, aber nicht das Kind im Elternbett schlafen lassen
  • die Zimmertemperatur auf 16 –18° C einstellen

Stillen mindestens bis zum 6. Lebensmonat hat offenbar ebenfalls einen gewissen Schutzeffekt. Über das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern in einem Bett gehen die Meinungen auseinander, wenn auch verschiedene Studien auf ein erhöhtes SIDS-Risiko beim Schlafen im Familienbett hindeuten. Das scheint insbesondere dann der Fall zu sein, wenn ein Elternteil oder beide Raucher sind, oder auch wenn das Baby Flaschennahrung erhält. Außerdem gibt es Studien, denen zufolge das Saugen am Schnuller eine vorbeugende Wirkung haben soll.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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