Was sind die wichtigsten Regeln, wenn Sie Ihren Kindern Medikamente geben?

Beachten Sie die Anweisungen des Kinderarztes zu den von ihm verordneten Medikamenten für Ihr Kind. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder Ihnen die Hinweise nicht ausreichend erscheinen. Es gibt keine dummen oder peinlichen Fragen in diesem Zusammenhang, aber einiges zu beachten. Denn neben der richtigen Dosierung kommt es bei vielen Medikamenten auch auf Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme an. Einerseits, damit der Wirkstoff seine optimale Wirksamkeit entfalten kann, andererseits um Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten möglichst zu vermeiden.

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Die wichtigsten  Regeln im Überblick:

  • Generell gilt: Medikamente mit viel Wasser einnehmen.
  • Antibiotika nicht mit Milch einnehmen, da die Aufnahme des Wirkstoffs bei bestimmten Präparaten dadurch verhindert wird.
  • Medikamente nicht mit Grapefruitsaft einnehmen, da dessen Inhaltsstoffe die Wirkung von Medikamenten unter Umständen verstärken und erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.
  • In manchen Fällen ist darauf zu achten, ob das Medikament vor, zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden muss. Gründe dafür können beispielsweise ein magenschädigendes Nebenwirkungspotenzial oder die Abhängigkeit der Aufnahme des Wirkstoffs von Verdauungsvorgängen sein.
  • Bei manchen Medikamenten ist eine ein- und/oder ausschleichende Dosierung erforderlich, um den Körper und seine Reaktionsmechanismen schrittweise an die An- bzw. Abwesenheit des Wirkstoffs zu gewöhnen.
  • Einnahmeschema und verordnete Dosierung beachten und nicht eigenmächtig ändern. Bekanntes Beispiel sind Antibiotika, bei denen ein – möglicherweise mit Komplikationen behafteter – Rückfall beim Patienten und/oder eine Resistenzbildung bei den (unzureichend) bekämpften Bakterien drohen, wenn das Medikament nicht so hoch dosiert und so lange wie vom Arzt vorgeschrieben eingenommen wird.
  • Fragen Sie bei Ihrem Kinderarzt nach, falls Sie Bedenken wegen der medikamentösen Behandlung haben. Nur wenn Sie selbst, gut aufgeklärt über das Für und Wider, hinter der Medikation stehen, können Sie sie Ihrem Kind glaubwürdig verabreichen. Eine zwiespältige Einstellung wird von Ihrem kleinen Patienten wider Willen dagegen sehr genau wahrgenommen und macht die (Einnahme-) Situation nicht einfacher, sondern schwieriger.
  • Weisen Sie den Kinderarzt oder ggf. einen anderen behandelnden Arzt sicherheitshalber und lieber einmal zu viel als zu wenig darauf hin, falls Ihr Kind noch an einer anderen Erkrankung leidet und/oder weitere Medikamente einnimmt, um unerwünschte Aus- und Wechselwirkungen zu vermeiden. Dies gilt auch für pflanzliche oder rezeptfreie Medikamente, die in ihrer Wirkung keinesfalls zu unterschätzen sind.
  • Grundsätzlich sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt Rücksprache halten, bevor Sie Ihrem Sprössling ein Medikament verabreichen. Beschränken Sie die Arzneimittelgabe auf eigene Faust auf Ausnahmefälle und auf Situationen und Mittel, die Ihnen gut vertraut sind, wie z.B. Fieberzäpfchen. Das gilt auch für pflanzliche bzw. naturheilkundliche Mittel, die ebenso wie die im Labor hergestellten Pharmazeutika Neben- und vor allem Wechselwirkungen hervorrufen können und, je nach Präparat, möglicherweise nicht zur Behandlung von Kindern geeignet sind.
  • Nutzen Sie bei rezeptfreien Medikamenten den Beratungsservice in der Apotheke. Kaufen Sie möglichst nur solche Medikamente, die Ihr Kind schon einmal vom Kinderarzt bekommen hat.
  • Widmen Sie keinesfalls ein Medikament für Erwachsene (z.B. aus Ihrer Hausapotheke) einfach auf Ihr Kind um. Der kindliche Körper reagiert auf viele Wirkstoffe anders als ein ausgewachsener Organismus. Selbst bei sehr geringer Dosierung könnte das unter Umständen gefährlich für Ihren Nachwuchs werden. Das gilt insbesondere für das beliebte und häufig vorrätige Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS, bekannt v.a. unter dem Handelsnamen Aspirin® ), das bei Kindern zu einer sehr seltenen, aber sehr gefährlichen Hirn- und Lebererkrankung führen kann (Reye-Syndrom) und deshalb bei unter 12-Jährigen in der Regel nicht eingesetzt wird.
  • Bewahren Sie Arzneimittel grundsätzlich immer angemessen (trocken, dunkel, nicht zu warm) und kindersicher (außer Reichweite und/oder verschlossen) auf. Sollte Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal ein Medikament in die Hand bekommen und verschluckt haben, wenden Sie sich sofort an Ihren Kinder- oder den Notarzt bzw. die nächstgelegene Giftnotrufzentrale. Halten Sie für alle Fälle die Verpackung des Präparats bereit, um möglichst genau Auskunft geben zu können, was Ihr Kind verschluckt hat.


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