Darf man sein Baby stillen, wenn es Gelbsucht (Neugeborenen-Ikterus) hat?

In den meisten Fällen ist keine Unterbrechung des Stillens notwendig und auch nicht sinnvoll. Gerade das frühzeitig erfolgende Anlegen mit der richtigen Stilltechnik und in möglichst häufigen Abständen bei Tag und Nacht erhöht nicht nur die Milchbildung, sondern trägt sogar entscheidend dazu bei, schwere Formen des Neugeborenen-Ikterus zu vermeiden.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

weiterlesen...

Die mitunter noch praktizierte Zufütterung von Tee und Zuckerwasser sollten Sie dagegen unterlassen, denn sie verstärkt die Gelbsucht eher noch.

Zum Hintergrund: Die Neugeborenen-Gelbsucht geht auf eine noch nicht völlig ausgereifte Leber Ihres Kindes zurück. Die Gelbfärbung entsteht durch zu viel Bilirubin im Blut. Die Erscheinung betrifft etwa 50% aller Neugeborenen und ist meist harmlos.

Wann doch eine Still-Unterbrechung sinnvoll sein kann

Um sehr hohe Bilirubin-Spiegel zu reduzieren, erhalten die Säuglinge heutzutage eine intensivierte Lichttherapie, so dass kaum noch eine Veranlassung besteht, dass Stillen zu unterbrechen. Allenfalls bei einer hartnäckig wiederkehrenden Erhöhung der Bilirubin-Konzentration im Blut in der 2. bis 3. Lebenswoche wird das Aussetzen des Stillens für 2-3 Tagen empfohlen. Dadurch kann dann mitunter ein Krankenhausaufenthalt verkürzt werden.

Hat dieser Versuch Erfolg, ist der sogenannte Muttermilch-Ikterus (Verstärkung durch die Muttermilch) immerhin gesichert und eine weitergehende Diagnostik überflüssig. Anschließend können Sie guten Gewissens weiterstillen, selbst wenn die Gelbsucht bei Ihrem Baby eventuell erst nach 3-4 Monaten endgültig abklingen sollte.

Autor:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen