Gelenkschmerzen beim Kind: Was sind mögliche Hinweise auf Rheuma?

Vielen Menschen ist gar nicht nicht bewusst, dass auch Kinder an Rheuma erkranken können. Mit rund 1.500 Neuerkrankungen pro Jahr ist das zwar eher selten, aber es kommt vor. Das Problem liegt dann oft auch darin, dass niemand an diese Möglichkeit denkt: die Eltern nicht und manchmal auch der Arzt nicht.

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Aber natürlich sind Gliederschmerzen bei Kindern oft auch völlig harmlos. Wachstumsschmerzen können zum Beispiel dahinterstecken. Wie aber findet man nun die Mitte zwischen zu großer Sorglosigkeit und übertriebener Angst bei jedem Wehwehchen. Die Kinder-Rheumastiftung hat unlängst zusammengefasst, wann man bei Gelenkschmerzen an kindliches Rheuma denken sollte.

10 mögliche Hinweise auf kindliches Rheuma:

  • Gelenk ist geschwollen und fühlt sich heiß an. Und das, ohne dass ein Sturz oder Unfall vorausging. Oft ist das Knie betroffen.
  • Ihr Kind nimmt auch in Ruhe eine ungewöhnliche Schonhaltung ein.
  • Ungewöhnliche, neu aufgetretene Bewegungsmuster, zum Beispiel Hinken. Kann durch Schonhaltung entstehen.
  • Ihr Kind möchte plötzlich keine Spaziergänge mehr machen oder nicht mehr toben, will öfter getragen werden.
  • Nachts immer wieder Aufwachphasen mit Weinen oder Klagen. Erklärung: plötzliches Umdrehen tut weh.
  • Lange Anlaufzeit morgens. Erklärung: Rheuma führt zur Morgensteifigkeit, und das wiederum verlangsamt alle Abläufe am frühen Morgen.
  • Verhaltensänderung beim Kind, z.B. weinerlicher oder aggressiver. Erklärung: Die Schmerzen bei Bewegung frustrieren, ohne dass Ihr Kind das immer zum Ausdruck bringen kann.
  • Fersenschmerzen oder tiefsitzende Rückenschmerzen. Erklärung: können mitunter bei Rheuma auftreten.
  • Schuppenflechte beim Kind oder auch bei anderen Familienmitgliedern.
  • Gehen Sie zur Sicherheit auch zum Augenarzt. Denn manche Fälle von kindlichem Rheuma gehen mit Entzündungen der Augenvorderkammer einher.

Die Empfehlung der Kinder-Rheumastiftung: Wenn einige dieser Punkte zutreffen, sollten Sie Ihr Kind zur Sicherheit fachärztlich durchchecken lassen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn



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