In welchem Land gibt es weder Mumps noch Röteln?

In Finnland. Offenbar macht das skandinavische Volk nicht nur im Bildungs-, sondern auch im Gesundheitsbereich einiges richtig.

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Zwar beruht das – wie in Westdeutschland seit Anfang der 1980er Jahre propagierte – Impfprogramm der Finnen ebenfalls auf Freiwilligkeit. Dennoch betragen die Durchimpfungsraten über 95% (bei uns: fast 10% weniger). Das hat ausgreicht, um das einheimische Vorkommen von Mumps und Röteln zu eliminieren (abgesehen von wenigen Einschleppungen aus den Ausland) – seit 1996 und als weltweit erstes Land in dokumentierter Form.

Wie auch bei uns empfohlen, werden in Finnland alle Kinder zweimal mit einem kombinierten Masern-Mumps-Röteln-(MMR-)Impfstoff immunisiert. Inzwischen konnte auf diese Weise auch den Masern der Garaus gemacht werden. In diesem Fall lohnt sich der beispielnehmende Blick zu unseren skandinavischen Nachbarn also besonders.

Wie häufig ist Mumps bei uns?

Der in erster Linie impfbedingte Rückgang der Erkrankungszahlen ist auch für 25 andere europäische Länder statistisch belegt:

Gegenüber 220.000 registrierten Fällen im Jahr 2004 wurden 2007 nur noch 40.000 Infektionen gemeldet. In den USA sank nach Einführung des Lebendimpfstoffs die Zahl der Erkrankungsfälle zwischen 1968 und 1993 gar von 152.000 auf 1.700 Fälle und damit um 99%.

Auch in Deutschland ist Mumps dank routinemäßiger Impfung relativ selten geworden. Im Jahr 1998 wurden weniger als 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

Weil die aktuellen Impfraten zwar hoch, aber nicht hoch genug sind, kommt es aber immer noch in regelmäßigen Abständen zu Erkrankungswellen. Im Jahr 2006 kam es in Österreich zu 214 Fällen von Mumps, die überwiegend 15- bis 30-Jährige betrafen und mit einer hohen Komplikationsrate einhergingen. Die seltenen, aber gravierenden Ereignisse rechtfertigen nach Ansicht der meisten Experten die Aufrechterhaltung und Nachbesserung des Impfschutzes.

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