Welche Komplikationen können bei Mumps auftreten?

Ganz so harmlos wie er klingt ist der Ziegenpeter (= Mumps) keineswegs, vor allem nicht bei Erwachsenen. Die häufigste Komplikation bei Kindern ist eine Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis). Das kommt zwar nur sehr selten vor, aber wenn Ihr Kind Mumps hat, sollten Sie darauf achten, denn diese Komplikation ist bedrohlich.

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Bei Jungen und Männern kann es zu einer Hodenentzündung (Mumpsorchitis) kommen, die im schlimmsten Fall mit Unfruchtbarkeit endet. Werdenden Müttern, die im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft an Mumps erkranken, droht ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt.

Gelegentlich kommt es im Rahmen einer Mumps-Infektion auch zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die heftige Bauchschmerzen verursacht.

Was deutet auf eine Hirnhautentzündung (nach Mumps) hin?

Typische Anzeichen für diese (seltene) Komplikation sind:

  • starke Kopfschmerzen (ggf. auch Bauchweh)
  • Fieber
  • Nackensteife
  • Erbrechen
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Benommenheit

Als weitere sehr seltene (aber ernste) Komplikationen sind bekannt:

  • Innenohrentzündung oder Entzündung des Gehörnervs (Akustikus-Neuritis) im Gefolge der Mumps-Meningitis: bleibende Innenohrschwerhörigkeit droht (ca. 1:10.000 Erkrankte)
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis): unter Umständen lebensgefährlich, Dauerschäden bei 50% der Betroffenen
  • Entzündung des Brustdrüsengewebes (v.a. nach der Pubertät)
  • Entzündungen der Schilddrüse, des Rückenmarks, des Herzmuskels, der Gelenke sowie der Nieren oder Augen

Häufigkeit und Schweregrad der Komplikationen nehmen mit steigendem Alter der Infizierten zu. Dem vorherigen Auftreten der typischen Mumps-Symptomatik bedarf es nicht.

Kann es bei Mumps auch dann zu Komplikationen kommen, wenn man von der Infektion gar nichts merkt?

Ja, die verschiedenen Komplikationen, die sich im Gefolge einer Mumpsinfektion ergeben können, werden auch ohne vorheriges Auftreten der charakteristischen Mumps-Symptomatik beobachtet. Dass es auch bei diesen sogenannten stummen Verläufen zur Auseinandersetzung mit den Erregern kommt, zeigt sich in positiver Weise durch die Immunität, die sie hinterlassen (stille Feiung).

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