Kann man die Masern mehrmals bekommen?

Nein, die Masern bekommt man nur einmal. Das Durchmachen der Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Lebenslanger Schutz nach Masern

Wenn das Masernvirus einen ungeschützten Menschen befällt, der also weder geimpft ist noch die Erkrankung bereits durchgemacht hat, bricht fast immer eine Infektion mit entsprechenden Krankheitszeichen aus. Das Virus gehört zu den ansteckendsten Erregern überhaupt.

Der Körper wehrt sich dagegen, indem er Abwehrzellen rekrutiert und sogenannte Antikörper gegen den Eindringlich bildet, die ihn letztlich unschädlich machen – sofern das Abwehrsystem stark genug ist. Erste Symptome wie Fieber und ein allgemeinen Krankheitsgefühl sind Ausdruck dieser Immunantwort. Auch der für die Masern typische Hautausschlag zeigt den Kampf des Körpers gegen das hochansteckende Virus an.

Die Antikörper bleiben nach einer überstandenen Infektionskrankheit lebenslang erhalten und sind im Blut nachweisbar.

Viren, die immer wieder zuschlagen können

Während der Mensch an den Masern nur ein einziges Mal erkrankt, können andere virale Infektionskrankheiten immer wieder ausbrechen, sei es durch Neuinfektionen von außen oder durch eine Reaktivierung im Körper selbst. Manche Erreger nisten sich nämlich bei uns ein und schlummern über längere Zeit vor sich hin, bevor sie die Gunst der Stunde nutzen, um erneut zuzuschlagen. Das ist besonders günstig, wenn der Körper gerade geschwächt ist und sich nicht ausreichend wehren kann.

Zu den Virusinfektionserkrankungen, die mehrmals ausbrechen können, gehören u.a.:

  • Scharlach
  • Herpes simplex (Lippen- und Genitalherpes)
  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • HPV (humane Papillomaviren)
  • Virusinfektionen des Magen-Darm-Traktes wie Rotavirus, Norovirus
  • Virusinfektionen der Atemwege wie RSV (Respiratory-Syncytial-Virus)

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Einmal und nie wieder

In der Regel nur einmal im Leben treten dagegen u.a. folgende Virusinfektionen auf:

  • Epstein-Barr-Virus (infektiöse Mononukleose, "Pfeiffersches Drüsenfieber")
  • Windpocken
  • Röteln
  • Ringelröteln
  • Mumps
  • Masern

Impfung: doppelt hält besser

Der lebenslange Schutz gilt allerdings nicht automatisch auch nach einer Impfung. Dabei handelt es sich um eine Lebendimpfung, für die im Labor echte, allerdings abgeschwächte Masernviren herausgezüchtet werden.

Nach etwa 2-3 Wochen sind beim Geimpften Antikörper nachweisbar. Allerdings ist der sogenannte Titer, also die Menge an Antikörpern niedriger als nach einer durchgemachten Erkrankung. Die Effektivität einer einmaligen Impfung beträgt etwa 91%. Daher wird heutzutage eine zweimalige Impfung innerhalb der ersten beiden Lebensjahre empfohlen. Damit liegt die Erfolgsquote bei bei nahezu 100%.

Prüfen Sie Ihren Impfstatus

Da früher oft nur einmal geimpft wurde, wird Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und entweder gar nicht geimpft sind, nur einmal oder es nicht wissen, eine einmalige Impfdosis empfohlen. Dass das nicht wirklich umgesetzt wird, zeigt sich an der zunehmenden Zahl älterer Personen, die an Masern erkranken.

Solange der aggressive Erreger, dessen natürliches Reservoir der Mensch ist, weiter ein Zuhause findet und vom einen zum anderen zirkulieren kann, wird die endgültige Ausrottung der Masern nicht gelingen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser, Eva Bauer (Ärztin)

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