Wer ist von den Masern bedroht?

Früher wurden vor allem Klein- und Schulkinder masernkrank. Sie machen heute noch etwa die Hälfte der Betroffenen aus. Denn seit vermehrt gegen die Masern geimpft wird, hat zwar die Fallzahl der Masern-Erkrankungen insgesamt deutlich abgenommen, dafür werden aber zunehmend Teenager, junge bzw. immungeschwächte Erwachsene und Säuglinge Opfer dieser „Kinderkrankheit“.

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Die ersten beiden Gruppen kamen entweder noch überhaupt nicht mit Masernviren in Kontakt – weder mit Wild- noch Impftypen. Oder sie wurden nicht ausreichend oft und erfolgreich geimpft, so dass ihr Impfschutz von vorneherein zu schwach war oder im Laufe der Zeit abhanden gekommen ist.

Gefahr für das Neugeborene

Wenn dies bei Schwangeren der Fall ist, sind sie nicht in der Lage, den nötigen Antikörperschutz über die Plazenta an ihr ungeborenes Kind weiterzugeben (Nestschutz im ersten Lebensjahr). Das ist der Grund, weshalb auch Säuglinge heute vermehrt an Masern erkranken können, während dies in früheren Zeiten durch die weit verbreitete natürliche Immunität der werdenden Mütter verhindert wurde.

Vor diesem Hintergrund erscheint bei ungenauer Kenntnis der eigenen Immunitätslage eine Messung des Masern-Antikörper-Titers im Blut vor einer geplanten Schwangerschaft als sinnvoll. Entweder, um sich vorher noch impfen zu lassen. Oder um zumindest Bescheid zu wissen und den Kontakt mit Infizierten peinlich zu meiden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser, August 2011

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