Warum treten Mandelentzündungen vor allem in der Kindheit auf?

Am häufigsten sind schulpflichtige Kinder und junge Erwachsene von einer Mandelentzündung betroffen. Bei Kleinkindern kommt diese Erkrankung dagegen selten vor, vor dem 2. Lebensjahr kaum. Und ab dem mittleren Erwachsenenalter ist die Mandelentzündung auch eher die Ausnahme.

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Der Grund: Im Schulalter sind die Mandeln als Abwehrorgan am aktivsten und zugleich auch noch relativ häufig mit neuen, bisher unbekannten Erregern konfrontiert. Dazu passt auch, dass sich die Mandeln von der frühen Kindheit an laufend vergrößern, dann nach der Pubertät aber wieder schrumpfen.

Abwehrbollwerk vor allem in der Jugend

Klarer wird das, wenn man sich die Funktion der Mandeln vor Augen führt: Die Mandeln und der von ihnen gebildete lymphatische Rachenring bilden einen Abwehrwall, an dem von außen kommende Krankheitserreger hängen bleiben sollen, bevor sie in die tieferen Atemwege gelangen. Eine Vielzahl dieser Antigene ist dem kindlichen Immunsystem aber noch fremd, die Entwicklung einer ausgereiften immunologischen Kompetenz erfolgt erst im Laufe der Kindheit. Und fremde Erreger erzeugen eher einen Infekt. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Keim-Belastung der Mandeln und damit auch das Entzündungsrisiko ab.

Chronische Mandelentzündungen sind im Kindesalter dagegen selten. Will eine Mandelentzündung partout nicht verschwinden oder kehrt sie ständig zurück, gibt das Anlass, nach begünstigenden Faktoren zu forschen.

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