Wer ist „HUSEC 41“?

Nein, HUSEC 41 ist kein russischer Satellit. Unter dieser Bezeichnung wird der spezielle EHEC-Erreger geführt, der die aktuelle Infektionswelle in Deutschland (Beginn: Mai 2011) ausgelöst hat.

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Zur Typisierung von Mikroorganismen wie den Kolibakterien werden serologische Testverfahren herangezogen, mit denen sich die verschiedenen Stämme und Varianten ein- und derselben Art unterscheiden lassen. Das ist nicht nur aus epidemiologischen Gründen zur (Rück-) Verfolgung von Infektionsausbrüchen von Interesse. Sondern auch aus praktisch-medizinischer Sicht, etwa um das Resistenzverhalten des jeweiligen Bakterientyps gegen Antibiotika beurteilen zu können.

Mikrobiologisches für Interessierte

Für die, die es genauer interessiert: Bei HUSEC 41 handelt es sich um einen Vertreter der eher seltenen Serogruppe O104 und des Sequenztyps ST678 aus der so genannten HUSEC-Sammlung. Dieser gehören 42 repräsentative EHEC-Typen an, die zwischen 1996 und 2011 aus bisher 588 EHEC-Stämmen von Patienten mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) zusammengestellt wurden.

Damit wird auch klar, dass die technokratisch anmutende Bezeichnung durch das schlichte Zusammenfügen von „HUS“ und „EC“ (Escherichia coli) entstanden ist – und auf einen besonders gefährlichen, mit schweren Krankheitsverläufen assoziierten Keim hindeutet.

Hinweis:

Diese Antwort ist vermutlich bald – zumindest teilweise – überholt, da die Untersuchungsergebnisse chinesischer und deutscher Wissenschaftler nahelegen, dass es sich bei dem betreffenden EHEC-Erreger wohl um einen neuen Koli-Stamm handelt. Diese Erkenntnis wird vermutlich auch Auswirkungen auf die taxonomische Bezeichnung des Keims haben.

Autor: , Mai 2011

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