Warum ist EHEC so gefährlich?

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zählt die EHEC-Bakterien zu den gefährlichsten Keimen überhaupt. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass – im Gegensatz zu vielen anderen Infektionserregern – nur wenige von ihnen (10–100) ausreichen, um die schützenden Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers zu überwinden und ihn erkranken zu lassen.

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Die hochinfektiösen Mikroorganismen produzieren Zellgifte (Shiga- bzw. Verotoxin), die Darm- und Nervenzellen zerstören. So kommt es nicht nur zu Durchfällen, sondern auch zum Abbau von roten Blutkörperchen (Hämolyse) und Abnahme der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen. Als Folge drohen Blutarmut (Anämie) und Funktionsstörungen der Nieren, wenn die erythrozytären Abbauprodukte dort die feinen Gefäße verkleben.

Vor allem die Nieren in Gefahr

Wird die Infektion nicht oder zu spät erkannt und behandelt, ist mit Todesfällen durch Nierenversagen und Harnvergiftung (Urämie) zu rechnen. Bei einem Teil der Betroffenen (ca. 5%) kommt es zu schweren, oft dauerhaften Nieren- und Nervenschäden. Ist die Nierenfunktion unwiderruflich zerstört, wird eine Nierentransplantation erforderlich.

Das Spektrum der verschiedenen EHEC-Stämme hat sich mit der im Mai 2011 in Deutschland ausgebrochenen Infektionswelle um einen neuen Stamm erweitert. Dessen humanpathogene Eigenschaften weichen teilweise vom bisher bekannten Schema ab und sorgten für negative Überraschungen in der Fachwelt.

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