Führt jede Ansteckung mit Diphtherie auch zur Erkrankung?

Nein. Das ist aber auch bei vielen anderen ansteckenden Erkrankungen so. Nicht jeder Kontakt mit Infektionserregern führt auch zu einem Krankheitsausbruch. Ob es zu einer Erkrankung kommt oder nicht, hängt zum einen von der sogenannten Virulenz der Keime ab. Es gibt auch innerhalb einer Keimart nämlich durchaus aggressivere und harmlosere Mutanten. Zum zweiten spielt natürlich auch die individuelle Abwehrstärke des infizierten Menschen eine Rolle.

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Gefahr bei Abwehrschwäche oder unhygienischen Zuständen

Ein Diphtherie-Ausbruch droht insbesondere bei Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte und bei insgesamt schlechten sozialen und hygienischen Verhältnissen. Dann kommt es meist nach kurzer Zeit zu den Symptomen einer Nasen-, Rachen- oder Kehlkopf-Diphtherie, je nachdem, wo sich die Bakterien gerade aufhalten. Bei gestärktem Immunsystem und erst recht bei vorhandenem Impfschutz kann die Erkrankung dagegen verhindert werden.

Zwar kommt die Diphtherie heute fast ausschließlich in Ländern mit niedrigem Lebensstandard und schlechter medizinischer Versorgung vor und auch die immer wieder angemahnte Gefahr einer Einschleppung aus dem Osten sollte nicht zu hoch gehängt werden. Trotzdem ist die Imfpung ab dem Säuglingsalter sinnvollerweise Teil des offiziell empfohlenen und von den Krankenkassen finanzierten Vorsorgeprogramms, das dem individuellen und kollektiven Gesundheitsinteresse dient.

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