Warum erkranken immer mehr Jugendliche und Erwachsene an Kinderkrankheiten?

Kinderkrankheiten heißen Kinderkrankheiten, weil sie bzw. ihre Erreger ursprünglich so verbreitet waren, dass es einen normalerweise schon in jungen Jahren erwischte. Da man nach durchgemachter Infektion ein Leben lang immun ist (zumindest bei den klassischen Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und Windpocken), war das also im Erwachsenalter kein Thema mehr.

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Allerdings ist derzeit zu beobachten, dass immer mehr Jugendliche und Erwachsene mit Kinderkrankheiten zu kämpfen haben. Schuld daran ist zum einen die grassierende Impfmüdigkeit. Dieser Ausdruck bezeichnet den Umstand, dass viele Eltern sich selbst und ihre Kinder nicht mehr konsequent impfen bzw. Impfungen auffrischen lassen.

Der Fluch der Zivilisation

Zum anderen ist alles sauberer geworden. Das heißt, dass sich die ungeimpften Kinder heute mangels intimer Kontaktmöglichkeiten nicht mehr so leicht anstecken können. Auch weil sie in immer kleineren Familien oder ganz ohne Geschwister aufwachsen. Damit verschieben sich Wahrscheinlichkeit und Zeitpunkt der Ansteckung immer weiter nach hinten.

Außerdem werden oft auch solche Infektionskrankheiten als Kinderkrankheiten eingeordnet und damit unterschätzt, die gar keine lebenslange Immunität erzeugen, wie zum Beispiel Scharlach oder Keuchusten. Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Bei manchen „klassischen“ Kinderkrankheiten stellen die Erwachsenen heute sogar die Mehrheit der Patienten. Beispiel Keuchhusten: Vor 15 Jahren lag der Anteil der über 20jährigen bei 20%, heute sind es 75%!

Autoren: /, Juni 2010

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