Wofür ist die Vorhaut da?

Manche Menschen, auch solche mit abgeschlossenem Medizinstudium, halten die Vorhaut offenbar eher für ein lästiges oder sogar gesundheitlich bedrohliches Anhängsel. Damit liegen sie aber falsch. Überhaupt ist die Wahrscheinlichkeit für unnötige Körperteile nach jahrmillionenlanger Evolution insgesamt als recht niedrig einzustufen.

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Tatsächlich hat die Vorhaut (mindestens) drei wichtige Funktionen:

  • Schutz: In der „Windelzeit“ schützt die (oft noch mit der Eichel verklebte) Vorhaut vor Reibung durch Windeln und Fäkalien. Auch danach schützt die Vorhaut die Eichel ein ganzes Leben lang vor äußeren mechanischen Einflüssen und Verletzungen und hält sie feucht und zart. Ohne Vorhaut nimmt die Empfindungsfähigkeit der Penisspitze meist ab, wie Studien zeigen.
  • Empfindung: Teile der Vorhaut, z.B. die Schleimhaut (innere Vorhaut) und das Vorhautbändchen (Frenulum), sind besonders sensitiv und am sexuellen Empfinden beteiligt. Spezialisierte Nervenenden verstärken die sexuelle Lust und Kontrolle. Der Tastsinn des gefurchten Bandes zwischen innerer Vorhaut und Schafthaut entspricht dem der Lippen.
  • Sexualität: Die Vorhaut übernimmt im Rahmen der sexuellen Aktivität einige physiologische Funktionen. So fungiert sie u.a. während des Geschlechtsverkehrs als bewegliche Hauthülle für den Penis und reduziert dadurch die Reibung (und den Bedarf an künstlichen Gleitmitteln). Bei der Selbstbefriedigung sorgen Eichel und Vorhaut auf natürliche Weise für eine gegenseitige Stimulation.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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