Was ist die Plastibell-Methode?

Die Plastibell-Methode ist ein Verfahren, das manchmal bei der Neugeborenen-Beschneidung angewendet wird. Dabei wird eine Plastikglocke über die Eichel geschoben und die darüber gezogene Vorhaut mit einem Faden abgebunden, bis sie aufgrund mangelnder Durchblutung abstirbt und nach einer Zeitspanne von bis zu neun Tagen zusammen mit der Hülse abfällt.

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Auch wenn die Technik eher mittelalterlich anmuten mag, gilt sie als (relativ) etablierte Methode und wird auch in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie als solche aufgeführt. Dort heißt sie allerdings “Dissektionsligatur” (was genauso unverständlich ist).

Bei sehr starker, narbiger Vorhautverengung und verkürztem Vorhautbändchen ist dieses Vorgehen meist nicht anwendbar. Angesichts einer beträchtlichen Komplikationsrate und kunstgerechteren Operations-Alternativen ist die Abschnürung unterm Strich doch eher etwas für Ausnahmefälle.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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