Wie und warum wird eine Vorhautverengung behandelt?

Geht man nach der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, hat die Behandlung der Vorhautverengung (Phimose) folgende Ziele:

  • regelrechte Harnentleerung
  • problemlose Genitalhygiene
  • unbeeinträchtigte sexuelle Funktion im späteren Leben

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Was dabei aber wichtig zu betonen ist: Nicht jede Vorhautverengung ist überhaupt behandlungsbedürftig.

Komplette Beschneidung, Teil-Beschneidung oder gar keine Beschneidung?

Wenn doch, sprechen die Kinderchirurgen bei “grenzwertigen Befunden” zwar auch der Salbenbehandlung eine gewisse Berechtigung zu. Naturgemäß steht bei ihnen aber die operative Behandlung im Vordergrund und dabei die komplette Beschneidung (Zirkumzision) als Standardverfahren an erster Stelle.

Auf körperliche Integrität bedachte Kinderärzte (und Kinderchirurgen) bevorzugen dagegen eher vorhauterhaltende Maßnahmen, also die Salbenbehandlung mit vorsichtiger manueller Mobilisierung und im Falle der chirurgischen Therapie vorhauterhaltende Operationstechniken. Dazu zählen sogenannte Erweiterungsplastiken bzw. die plastische Rekonstruktion, bei der lediglich der Narbenring entfernt und Verklebungen gelöst werden. Und als Alternative zur radikalen Zirkumzision die Teilbeschneidung, bei der die Vorhaut nur soweit gekürzt wird, wie es die Entfernung der Engstelle erforderlich macht. Es reicht oft aus, lediglich 20-50% der Eichel freizulegen, so dass eine Vorhautmanschette erhalten bleibt.

In jedem Fall kommt es darauf an, die Phimose bis zum Eintritt der Pubertät effektiv und bleibend zu beheben, um neben den oben genannten Zielen eine Einklemmung des erigierten Penis durch die eigene Vorhaut zu vermeiden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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