Wann ist bei Hodenhochstand eine Hodenbiopsie notwendig?

Wenn bei einem Kind ein Hodenhochstand festgestellt wurde, ist eine Hodenbiopsie (Gewebeentnahme) nach den derzeitigen Leitlinien sinnvoll bei Verdacht auf:

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

weiterlesen...

  • Ovotestis (Keimdrüse mit Hoden- und Eierstocksgewebe bei Hermaphroditismus)
  • Fehlbildung (Gonadendysgenesie) oder
  • Tumor

Darüber hinaus erscheint den deutschen Leitlinienverfassern die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Hoden nur bei wissenschaftlichen und speziellen Fragestellungen angebracht. Es gibt allerdings auch Expertenmeinungen, die den routinemäßigen Einsatz der Hodenbiopsie – etwa im Rahmen der Hodenhochstand-Operation (Orchidopexie) – empfehlen, da sich damit das spätere Unfruchtbarkeitsrisiko beurteilen lasse.

Welche Gefahr besteht bei einer Hodenbiopsie?

Bei korrektem Vorgehen der Hodenbiopsie ist die Gefahr einer anschließenden Verkümmerung der Keimdrüse, etwa als Folge einer versehentlichen Verletzung der Blutgefäße, sehr gering. Die offene Hodenbiopsie (bei sichtbarem, ggf. operativ freigelegtem Hoden) ist dabei sicherer als die geschlossene Nadelbiopsie. Die entnommene Gewebeprobe sollte eine Größe von ca. 2 mm haben. Die Narbe nach offener Biopsie entspricht etwa 0,2-4% des Hodenvolumens und beeinträchtigt die künftige Fortpflanzungsfunktion normalerweise nicht.

Autor:

Anzeigen