Wann sind bei Verdacht auf Hodenhochstand Ultraschall oder MRT sinnvoll?

Bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall (Sonographie) und Magnetresonanztomographie (MRT) werden beim Hodenhochstand nicht routinemäßig eingesetzt, da ihre Sensitivität in diesem Anwendungsbereich nicht besonders hoch ist – die fehlplatzierten Hoden also in einem Teil der Fälle nicht erkannt werden.

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Zur Beantwortung konkreter Fragestellungen mit dem Ziel der weiteren Diagnostik- und Therapiesteuerung kann ihr Einsatz aber durchaus sinnvoll und hilfreich sein. Etwa um zu beurteilen, ob als nächster Schritt eine Operation erfolgen muss.

Mit folgenden Trefferquoten kann auf der Suche nach hochstehenden Hoden gerechnet werden:

Sonographie mit hochauflösendem Schallkopf (>7,5MHz) bei nicht tastbaren, im Leistenkanal oder im Bauch liegenden Hoden:

  • korrekte Klassifikation: 84%
  • Sensitivität*: 76%
  • Spezifität**: 100%
  • Größe und Gewebestruktur von identifizierbaren Hoden beurteilbar, ferner Untersuchung der gleichseitigen Niere möglich

Magnetresonanztomographie (MRT) bei der Suche nach einem nicht tastbaren Bauchhoden:

  • korrekte Klassifikation: 85%
  • Sensitivität*: 86%
  • Spezifität**: 79%

* Die Sensitivität gibt die Sicherheit an, mit der ein vorhandener Hodenhochstand tatsächlich erkannt wird.

** Die Spezifität gibt die Sicherheit an, mit der ein nicht vorhandener Hodenhochstand tatsächlich als abwesend erkannt wird.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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