Wie stellt der Arzt fest, ob ein Hodenhochstand vorliegt?

Die körperliche Untersuchung mit Anschauen und beidhändigem Abtasten der Hoden ist der erste und wichtigste diagnostische Schritt, den der Kinderarzt vornimmt. Von Vorteil ist dabei beispielsweise die Platzierung des Kindes im Schneidersitz in warmer Umgebung oder im warmen Wasserbad.

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Von der ermittelten – oder nicht definierbaren – Hodenlage hängt das weitere diagnostische Vorgehen ab. In Frage kommen prinzipiell:

  • Laboruntersuchungen: zum Nachweis von Testeron-produzierendem Hodengewebe
    • HCG-Stimulationstest
    • alternativ: Messung von Inhibin-B
      (Vorteil: einmalige Blutentnahme, Nachteil: speziell qualifiziertes Labor erforderlich, evtl. falsch negativer Befund bei bestimmter Felhbildung möglich)
  • bildgebende Untersuchungsverfahren: Sonographie, Magnetresonanztomographie (MRT)
    (wegen unzureichender Sensitivität nicht routinemäßig beim Hodenhochstand)
  • operative Untersuchung: meist in Form einer Bauchspiegelung
    (heute bevorzugte Methode zur Hodenlokalisation bei nicht tastbarem Hoden)

Wie geht der Arzt vor, wenn der Hoden nicht tastbar ist?

Wenn auf beiden Seiten kein Hoden tastbar ist, überprüft der Arzt üblicherweise mit einem Hormonstimulationstest zunächst, ob überhaupt (hormonproduzierendes) Hodengewebe vorhanden ist. In diesem Fall erfolgt anschließend durch bildgebende Verfahren und/oder eine Bauchspiegelung die Lokalisierung des bzw. der Hoden. Die Bauchspiegelung ermöglicht gleichzeitig die Beurteilung der Keimdrüsengestalt, der Samenstrangbeschaffenheit und möglicher krankhafter Erscheinungen. Zudem kann in gleicher Sitzung von der Diagnostik in die (beginnende) operative Behandlung übergegangen werden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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