Kann ein Hodenhochstand zu Unfruchtbarkeit führen?

Ja, allerdings nur dann, wenn man nichts dagegen tut. Bei unbehandeltem Hodenhochstand hängt das Risiko einer späteren Unfruchtbarkeit Ihres Kindes unter anderem davon ab, ob nur einer oder beide Hoden von der Fehllage betroffen sind.

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Bei einseitigem Hodenhochstand findet zu 83% eine normale Spermienentwicklung statt und das Risiko für eine spätere Unfruchtbarkeit beträgt 33%. Sind beide Hoden oben hängengeblieben, sinkt die Rate der Jungen mit normaler Spermienentwicklung auf nur noch 19%.

Aber wie gesagt: Bei rechtzeitiger Behandlung des Hodenhochstandes muss man sich um die spätere Fruchtbarkeit in der Regel keine Sorgen machen.

Wie hängt das Unfruchtbarkeitsrisiko vom Beginn der Behandlung ab?

Untersucht man das Hodengewebe eines Kindes mit Hodenhochstand unter dem Mikroskop, lassen sich erste Veränderungen gegenüber dem gesunden Zustand bereits im 2. Lebensjahr feststellen. Dabei handelt es sich u.a. um Kollagen-Einlagerungen im Bindegewebe, das die Samenkanälchen umgibt, und um eine Verdickung von deren Basalmembran. Diese Veränderungen betreffen bei einseitiger Hodenverlagerung auch den gegenüberliegenden, korrekt positionierten Hoden, während andere mikroskopische Auffälligkeiten nur in fehlplatzierten Hoden zu finden und damit rein lagebedingt sind.

Die geweblichen Abweichungen, die im späteren Leben des betroffenen Kindes für Fruchtbarkeitsstörungen verantwortlich sind, nehmen mit den Jahren zum, bis sie schließlich unumkehrbar werden. Wird die Behandlung wie empfohlen bis zum Ende des 1. Lebensjahres abgeschlossen, liegt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Sterilität bei etwa 10%. Erfolgt die Therapie jedoch erst im 3.-4. Lebensjahr, steigt das Unfruchtbarkeitsrisiko für Ihr Kind bereits auf 50% an und nimmt mit fortschreitendem Alter weiter zu.

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