Welche hormonellen Störungen oder Umweltfaktoren erhöhen das Risiko für einen Hodenhochstand?

Mittlerweile wird der Hodenhochstand in der Mehrzahl seiner Ausprägungen als hormonelle Erkrankung betrachtet. Zwei Hormone scheinen maßgeblich für den vollständigen Hodenabstieg während der embryonalen Entwicklung im Mutterleib zu sein: das von der Plazenta gebildete Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (HCG) und das vor allem in den Gonadenanlagen des männlichen Embryos produzierte Geschlechtshormon Testosteron.

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Bei einem Mangel an einem dieser beiden Hormone kann es zur Blockade oder Unterbrechung des Abstiegs und damit zum Hodenhochstand kommen. Bei zwei Drittel der Knaben mit Hodenhochstand wurde eine Unterfunktion der "hormonellen Hirn-Hoden-Achse" nachgewiesen. So nennen Ärzte eine fehlerhafte Zusammenarbeit zwischen den Schaltzentren im Gehirn und den Genitalanlagen. Wenn sie sich halbwegs verständlich ausdrücken. Sonst nennen sie das Geschehen auch gern hypogonadotroper Hypogonadismus.

Zu den Risikofaktoren, die das Auftreten eines Hodenhochstands wahrscheinlicher machen, zählen u.a.:

  • Frühgeburt bzw. ein Geburtsgewicht unter 2,5 kg
  • funktionelle Schwäche des Mutterkuchens (Plazenta-Insuffizienz) mit verminderter Hormonsekretion (HCG)
  • mütterliche Faktoren: verminderter Östrogenspiegel, Rauchen, Diabetes mellitus
  • dauerhafte Umweltbelastung (z.B. chlororganische Verbindungen, Phthalate in Weichmachern)
  • (eventuell) Einnahme von Schmerzmitteln während der Schwangerschaft (vor allem im 2. Schwangerschaftsdrittel)

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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