Hodenhochstand: Grundlagen und Ursachen

Was ist ein Hodenhochstand? Und welche Formen gibt es?

Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) befinden sich einer oder beide Hoden nach der Geburt nicht in ihrer normalen Position im Hodensack. Wenn die Gefahr besteht, dass das dauerhaft (über das erste Lebensjahr hinaus) so bleibt, bedarf es einer möglichst frühzeitigen Behandlung.

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Wie kommt es zu einem Hodenhochstand?

Noch vor der Geburt wandert der in der Bauchhöhle angelegte Hoden normalerweise hinunter in den Hodensack. Da schon bei diesem normalen Hodenabstieg weitgehend ungeklärt ist, wie es überhaupt dazu kommt, gilt dies erst recht für die genauen Ursachen des gestörten Ablaufs. Wie meistens in solchen Fällen sprechen die Ärzte dann gern von einer multifaktoriellen Entstehung. Auf deutsch: Es kommen ganz viele Ursachen in Frage, die möglicherweise auch zusammenspielen.

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Ist ein Hodenhochstand gefährlich?

Eine unmittelbare Gefahr geht vom Hodenhochstand normalerweise nicht aus. Mögliche Folgen sind zwar ein Leistenbruch und eine Hodentorsion (Hodenverdrehung), aber das ist eher selten (bzw. der Leistenbruch besteht oft schon gemeinsam mit dem Hodenhochstand zur Geburt).

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Wie bemerke ich einen Hodenhochstand bei meinem Sohn?

Das Wickeln Ihres Kindes ist eine gute Gelegenheit, um gleichzeitig die körperliche Gesundheit Ihres Sprösslings in Augenschein zu nehmen. Bei einem Sohn gehören dazu auch der Kontrollblick und ein vorsichtiges Abtasten, ob sich beide Hoden da befinden, wo sie hingehören, nämlich im Hodensack. Natürlich nicht jeden Tag, aber ab und zu mal.

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Wie kann man einem Hodenhochstand vorbeugen?

Gar nicht. Da es sich beim echten Hodenhochstand um eine Entwicklungsanomalie handelt, können Sie ihm nicht vorbeugen.

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Wie stellt der Arzt fest, ob ein Hodenhochstand vorliegt?

Die körperliche Untersuchung mit Anschauen und beidhändigem Abtasten der Hoden ist der erste und wichtigste diagnostische Schritt, den der Kinderarzt vornimmt. Von Vorteil ist dabei beispielsweise die Platzierung des Kindes im Schneidersitz in warmer Umgebung oder im warmen Wasserbad.

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Welche hormonellen Störungen oder Umweltfaktoren erhöhen das Risiko für einen Hodenhochstand?

Mittlerweile wird der Hodenhochstand in der Mehrzahl seiner Ausprägungen als hormonelle Erkrankung betrachtet. Zwei Hormone scheinen maßgeblich für den vollständigen Hodenabstieg während der embryonalen Entwicklung im Mutterleib zu sein: das von der Plazenta gebildete Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (HCG) und das vor allem in den Gonadenanlagen des männlichen Embryos produzierte Geschlechtshormon Testosteron.

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Kann sich ein Hodenhochstand auch erst im Kindesalter entwickeln?

Ja, das ist möglich. Manche Jungen entwickeln nach den ersten Lebensjahren einen sogenannten sekundären Hodenhochstand, bei dem ein bereits abgestiegener Hoden wieder aufsteigt. Das kann beispielsweise als Komplikation nach einer Operation im Leistenkanal vorkommen (wegen Leistenbruch oder ähnlichem).

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Wie häufig kommt der Hodenhochstand vor?

Gar nicht so selten: Der Hodenhochstand ist die häufigste genitale Fehlbildung bei Jungen und tritt bei immerhin etwa 3% (1-6%) der reifen männlichen Neugeborenen auf. Bei Frühgeborenen wird die Lageabweichung sogar bei fast jedem Dritten (bis zu 30%) festgestellt, bei einem Geburtsgewicht von weniger als 900 g praktisch ausnahmslos (100%).

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Kann ein Hodenhochstand zu Unfruchtbarkeit führen?

Ja, allerdings nur dann, wenn man nichts dagegen tut. Bei unbehandeltem Hodenhochstand hängt das Risiko einer späteren Unfruchtbarkeit Ihres Kindes unter anderem davon ab, ob nur einer oder beide Hoden von der Fehllage betroffen sind.

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Leerer Hodensack beim Kind – Grund zur Sorge?

Wenn Sie bei Ihrem Sohn einen leeren Hodensack bemerken (der dann oft auch zusammengeschrumpelt ist), muss das nicht unbedingt Anlass zur Sorge sein. Zumal, wenn es über die überwiegende Präsenz des Hodens an seinem vorgesehen Platz keine Zweifel gibt. Denn dann liegt bei Ihrem Filius vermutlich ein sogenannter Pendelhoden vor.

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Muss ein Pendelhoden behandelt werden?

Nein, beim Pendelhoden hat ein normaler Hodenabstieg in den Hodensack stattgefunden, es liegt also kein krankhafter Zustand vor, der behandlungsbedürftig wäre. Durch einen stark ausgeprägten Muskelreflex kann der Hoden aber bei äußeren Reizen (z.B. Kälte) bis ans obere Ende des Hodensacks oder in den Leistenkanal gezogen werden und auf diese Weise hin- und herpendeln.

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Muss ein Gleithoden behandelt werden?

Ja. Der Gleithoden ist eine Form des Hodenhochstands, die behandlungsbedürftig ist, da es sonst für die betreffende Keimdrüse auf Dauer zu warm wird.

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Was ist ein Hodenprotokoll?

Es hört sich ein bisschen merkwürdig an, aber es steckt nichts Schlüpfriges dahinter. Ein Hodenprotokoll ist eine Art Tagebuch bei Verdacht auf Hodenhochstand.

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Wann sind bei Verdacht auf Hodenhochstand Ultraschall oder MRT sinnvoll?

Bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall (Sonographie) und Magnetresonanztomographie (MRT) werden beim Hodenhochstand nicht routinemäßig eingesetzt, da ihre Sensitivität in diesem Anwendungsbereich nicht besonders hoch ist – die fehlplatzierten Hoden also in einem Teil der Fälle nicht erkannt werden.

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Was ist eine Hodendystopie?

Von Dystopie sprechen Mediziner, wenn sich ein Gewebe oder Organ am falschen Ort im Körper befindet. Die Hodendystopie bezeichnet damit die ein- oder beidseitige Lageanomalie der männlichen Keimdrüse(n).

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Wann ist bei Hodenhochstand eine Hodenbiopsie notwendig?

Wenn bei einem Kind ein Hodenhochstand festgestellt wurde, ist eine Hodenbiopsie (Gewebeentnahme) nach den derzeitigen Leitlinien sinnvoll bei Verdacht auf:

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Wann ist bei Hodenhochstand eine genetische Abklärung erforderlich?

Da der (echte) Hodenhochstand nicht nur als isoliertes Phänomen, sondern auch als Teilbefund bei zahlreichen genetisch bedingten Krankheiten bzw. Syndromen auftreten kann, sind in jedem Fall folgende Fragen zu klären:

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Was ist eine Hoden-Nebenhoden-Dissoziation?

Die Hoden-Nebenhoden-Dissoziation ist ein möglicher Begleitbefund bei Hodenhochstand und beschreibt vereinfacht gesprochen eine Trennung dieser beiden Schwesterorgane. Sie ist umso stärker ausgeprägt, je weniger der Hoden bei seinem Abstieg vorangekommen ist.

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Was ist eine Hodenektopie?

Die Hodenektopie ist eine Form des Hodenhochstands. Die fehlplatzierte Keimdrüse ist dabei auf ihrem – entwicklungsbiologisch durch das bandförmige Gubernaculum testis vorgegebenen – Abstiegsweg nicht nur liegengeblieben, sondern hat sich völlig verirrt. Mediziner sprechen entweder von Dystopie oder von Ektopie, wenn sich Körpergewebe an eine ungewöhliche Stelle verlagert hat.

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Was ist eine Hodenretention?

Die Hodenretention (Retentio testis) bezeichnet den unvollständigen Abstieg des Hodens auf seinem entwicklunsgbiologischen Weg vom Anlageort in der Bauchhöhle durch den Leistenkanal bis in den Hodensack. Der Hoden kann dabei praktisch überall auf der Wegstrecke liegenbleiben und sich erst später, meist im Laufe der ersten 3-6 Lebensmonate, an seinen Zielort weiterbewegen. Manchmal aber auch gar nicht mehr.

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Was ist ein Kryptorchismus?

Gemäß der Bedeutung des griechischen Wortes kryptos (verborgen) bezeichnet dieser medizinische Fachbegriff den Zustand der Nichtauffindbarkeit eines oder beider Hoden. Die fehlende Keimdrüse liegt dann in der Regel im Bauchraum – medizinlateinisch beschrieben als Retentio testis abdominalis oder Nondescensus testis, auf Deutsch Bauchhoden.

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