Stimmt es, dass auch bei behandeltem Hodenhochstand das Risiko für späteren Hodenkrebs erhöht ist?

Nach bisherigen Beobachtungen vermuten die Experten, dass dem so ist. Wenn Ihr Kind einen Hodenhochstand hatte, bleibt sein Hodenkrebsrisiko auch nach erfolgter Behandlung erhöht. Allerdings muss zur Beruhigung auch gesagt werden, dass die Wahrscheinlichkeit insgesamt gering ist.

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Trotzdem sollte Ihr Sohn ab dem Jugendalter seine Hoden regelmäßig selbst untersuchen. Etwaige Auffälligkeiten – insbesondere eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens sowie eine Veränderung der Hodenkonsistenz – sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Klären Sie Ihren Sohn beizeiten darüber auf – natürlich, ohne ihm dabei unnötig Angst zu machen. Denn bei aufmerksamer Eigenbeobachtung stehen die Chancen auf frühzeitige Entdeckung und erfolgreiche Behandlung des nur eventuell auftretenden Hodenkrebses gut.

Nicht alle Studien zeigen ein erhöhtes Risiko

Die Datenlage ist im übrigen auch uneinheitlich, manche Untersuchungen (u.a. aus den USA) bestätigen, dass mit der frühzeitigen Behandlung des Hodenhochstands (vor dem 11.-13. Lebensjahr) ein weiteres Ansteigen des Hodenkrebsrisikos verhindert werden kann, andere hingegen nicht. Die letztere Schlussfolgerung könnte allerdings zumindest teilweise darauf beruhen, dass bei den beobachteten Jungen die Lagekorrektur zu spät vorgenommen wurde. Heute wird deshalb dringend empfohlen, die hormonelle und/oder operative Behandlung des Hodenhochstands bis zum Ende des 1. Lebensjahres zum Abschluss zu bringen.

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