Warum sollte ein Hodenhochstand behandelt werden?

Zu den möglichen Folgen eines unbehandelten Hodenhochstands zählen Unfruchtbarkeit, Leistenbruch und Hodentorsion. Für betroffene Kinder ist das Risiko, im späteren Erwachsenenleben (überwiegend im Alter von 20-40 Jahren) an Hodenkrebs zu erkranken, etwa 5- bis 10fach erhöht. Die Gefahr ist dann absolut betrachtet immer noch gering, aber allemal ein Grund, den Hodenhochstand zu behandeln.

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Außerdem drohen Sekundärschäden, die von den fehlplatzierten Hoden ausgehen können:

  • erhöhte Temperatur: Im Hodensack beträgt die Gewebetemperatur etwa 33 °C, worauf die normale Samenzellbildung abgestimmt ist. Verbleibt der Hoden im deutlich wärmeren Bauchraum (ca. 37 °C), kann dies – als aufgepropfter Sekundärschaden einer meist bereits bestehenden hormonellen Störung – zu einer verminderten und stärker fehlerbehafteten Spermienproduktion und schließlich zur Unfruchtbarkeit führen.
  • anatomische Belastung: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 65% kommt es zu einem Leistenbruch. Häufig ist er ebenso wie der Hodenhochstand allerdings bereits bei Geburt vorhanden, was die Häufigkeit etwas relativiert.
  • ungünstige Bewegungen bzw. Beweglichkeit: Vor allem beim Gleit- und Leistenhoden besteht zusätzlich die Gefahr einer Hodenverdrehung (Hodentorsion).
  • Abgesehen von diesen anatomisch bedingten, direkten Folgewirkungen ist zu bedenken und zu verstehen, dass es sich beim Hodenhochstand in den meisten Fällen um eine hormonelle Erkrankung handelt, die es entsprechend zu behandeln gilt.

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