Wie kann man sein Kind mit Herzfehler vor einer Endokarditis schützen?

Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Innenwand des Herzens (Endokard). Eine solche Entzündung droht vor allem bei defekten oder angegriffenen Herzklappen, weil diese auch aus Endokard bestehen und Bakterien eine besonders gute Besiedlungsmöglichkeit bieten.

Vor allem Kinder mit angeborenem Herzfehler sind somit von einer bakteriellen Endokarditis bedroht. Nach korrigierenden Operationen, die heute dank des medizinischen Fortschritts bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter durchgeführt werden können, ist das Endokarditis-Risiko zwar nicht gänzlich beseitigt, aber in der Mehrzahl der Fälle zumindest deutlich verringert.

Auch an die Zähne denken

Da sich die typischen Endokarditis-Erreger gerne an den Zahnhälsen ansammeln und der Mund-Rachen-Raum als eine der Haupteintrittspforten gilt, ist bei allen gefährdeten Kindern eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene von größter Bedeutung. Zudem sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen zu empfehlen. Wenn bei einem medizinischen Eingriff die Gefahr besteht, dass es zu einer Bakterienausschwemmung in die Blutbahn kommt (z.B. bei aufwändigen Zahnbehandlungen oder dem Aufschneiden von Abzessen oder Furunkeln), können bei gefährdeten Kindern vorbeugend geeignete Antibiotika verabreicht werden.

Die Annahme, durch Antibiotika-Gabe bei jedem Infekt einer Endokarditis vorbeugen zu können, ist dagegen falsch. Die früher oft geübte Praxis der großzügigen Verwendung von Antibiotika bei Kindern mit Herzfehler und fieberhaftem viralem Infekt ist deshalb abzulehnen, da sie definitiv mehr schadet als nützt.

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