Wie entfernt man Zecken richtig?

Entfernen Sie jede entdeckte Zecke sofort, denn so reduzieren Sie insbesondere das Risiko einer Borreliose, aber auch die Gefahr einer FSME-Infektion. Beim Entfernen einer Zecke sollten Sie einiges beachten.

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Das richtige Werkzeug

Die Entfernung gelingt am einfachsten mit einem Zeckenhaken. Diesen erhalten Sie in Apotheken (oder Zoogeschäften) für ca. 5 Euro im Set mit zwei unterschiedlich großen Haken, von denen der kleinere auch für sehr kleine Zecken geeignet ist.

Alternativ kann auch eine feine, L-förmig gebogene Splitterpinzette verwendet werden, während bei Zeckenzangen mit dicken Greifbacken aus Kunststoff die Gefahr besteht, die Zecke zu zerquetschen, vor allem, wenn sie sehr klein ist. Genau dies gilt es aber zu vermeiden, damit es nicht zur vermehrten Abgabe von Erregern aus der Zecke in die Stichwunde kommt.

Vorsichtig ziehen, rütteln oder drehen

vollgesaugte Zecke Fassen Sie die Zecke direkt über der Haut, ohne den Körper zu quetschen. Halten Sie die Zecke dann für etwa 60 Sekunden unter leichtem Zug (nicht abreißen!). Meistens lässt sie dann von selbst los und kann komplett entfernt werden. Auch ein Herausdrehen der Zecke aus der Haut ist möglich, wobei die Richtung egal ist. Schließlich können Sie auch versuchen, durch vorsichtiges Rütteln den mit Widerhaken besetzten Saugrüssel zu lockern, um anschließend die Zecke zu entfernen.

Vom früher propagierten Ersticken der Zecke mit Öl, Klebstoff oder Ähnlichem wird inzwischen abgeraten, da es eher dazu führt, dass die Zecke im "Todeskampf" erst recht Erreger in die Wunde abgibt.

Einstichstelle genau beobachten

Desinfizieren Sie abschließend Ihre Hände, die Stichwunde und das Instrumentarium mit 70%igem Alkohol oder einem handelsüblichen Desinfektionsmittel (z.B. Octenisept Lösung).

Nach dem Entfernen einer Zecke sollten Sie aufmerksam über mehrere Wochen beobachten, ob eine Rötung – als erstes Anzeichen einer Borrelieninfektion – um die Einstichstelle herum auftritt. Sollte dies der Fall sein, ist ein sofortiger Arztbesuch zur Abklärung und Einleitung einer antibiotischen Behandlung notwendig.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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