Kind mit Neurodermitis: Warum ist zu viel Fürsorge auch nicht gut?

Wenn das eigene Kind mit einer Neurodermitis zu kämpfen hat, will man als Mama und Papa vor allem eines: Helfen. Also die Beschwerden lindern, so gut es irgend geht. Das ist natürlich und das ist selbstverständlich auch gut so, aber trotzdem sollten Sie aufpassen, dass Sie es mit Ihrer Fürsorge nicht übertreiben. Klingt befremdlich, aber im folgenden lesen Sie, warum sich ein zu viel des Kümmerns auch negativ auswirken kann.

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Eine Nebensache, mehr nicht

Für die Entwicklung Ihres Kindes ist es wichtig, dass die Neurodermitis nicht zur Hauptsache des Lebens wird. Dass sich im Alltag nicht immer alles darum dreht. Dass nicht ständig darüber geredet wird. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Ihr Kind sich vor allem über die Erkrankung definiert: "Ich bin anders als die Anderen, ich habe ein Problem, ich habe Neurodermitis". Eine solche Selbstwahrnehmung sollten Sie unbedingt verhindern. Das führt dann nämlich im Umkehrschluss nicht selten dazu, dass Ihr Kind die Hautprobleme in gewisser Weise benötigt. Weil sich dann garantiert jemand kümmert. Die juckende Haut wird dann unbewusst zu einem Mittel, um Zuwendungen zu bekommen.

Wie kann man dem entgegenwirken? Stellen Sie im Alltag andere Dinge in den Vordergrund. Dinge, die das Kind auch ausmachen, auf die es stolz ist. Dass es so toll rennen kann, lesen kann, musizieren kann. Machen Sie diese Dinge zu dem, was Ihr Kind ausmacht, und nicht die Neurodermitis.

Mitleid schadet mehr als dass es nützt

Aber noch aus einem anderen Grund ist eine überbordende Fürsorge eher schädlich. Behütet und verhätschelt man sein Kind zu sehr, wird es große Schwierigkeiten haben, eine starke Persönlichkeit zu entwickeln. Zum einen brauchen Kinder für ihre Entwicklung neben Ihrer Liebe auch klare Regeln und Grenzen. Und die werden durch zu viel an Mitleid und Umsorgung oft aufgeweicht.

Zum anderen haben Kinder ein feines Gespür für die Gefühlswelt Ihrer Eltern. Und wenn sie wegen der Neurodermitis ständig mit Mitleid, Sorgen und Schuldgefühlen konfrontiert werden, die sich eindeutig auf die Neurodermitis beziehen, sind eigene Schuldgefühle nicht mehr fern. Dann wird die Neurodermitis endgültig zur Hauptsache im Leben. Verhindern Sie das! Helfen Sie Ihrem Kind bei der Linderung der Beschwerden, aber behandeln Sie die Hautprobleme ansonsten eher als lästige Nebensache.

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