Kann jedes Kind eine Neurodermitis bekommen?

Prinzipiell schon. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings höher, wenn ein oder beide Elternteile eine Allergie oder eine Neurodermitis hatten oder haben. Es gibt dabei offenbar nicht das eine Allergie-Gen, sondern ein Zusammenwirken mehrerer genetischer Faktoren, die eine individuelle Neigung zur Allergieausprägung (atopische Diathese) bedingen.

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Trägt ein Kind eine solche Veranlagung, können sich auf deren Grundlage verschiedene allergische Krankheitsformen wie z.B. Heuschnupfen, Asthma oder eben Neurodermitis entwickeln. Sie müssen sich aber nicht entwickeln, Kinder mit allergischen Eltern können auch durchaus beschwerdefei bleiben. Die vererbte Bereitschaft, auf bestimmte innere und äußere Reize mit einem Ekzem zu reagieren, ist also von Geburt an vorhanden, kann aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Tragen kommen – oder auch überhaupt nicht.

Zu der Vielzahl möglicher Gene, bei denen die Forscher eine Beteiligung am Entstehungsprozess von Allergien vermuten, zählen u.a. ADAM33, GPRA und IL1RN. Das wird Ihnen jetzt nicht viel sagen (und uns auch nicht), aber es zeigt, dass es sich hier wirklich eher um eine Gen-Kombination handelt. Und die ist bis heute nur in Bruchteilen überhaupt bekannt.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Neurodermitis finden Sie auch unter Navigator-Medizin.de/Neurodermitis

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