Muss Läusebefall gemeldet werden?

Ja! Zwar besteht bei Kopflausbefall im Gegensatz zur Begegnung mit Kleiderläusen keine Meldepflicht im Sinne des Abschnitts 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), der das Meldewesen regelt. Dafür besteht für Eltern die eigentlich selbstverständliche Verpflichtung, die Erzieherinnen, Lehrer, Kontaktpersonen, Spielkameraden oder Kindergärtnerinnen ihres Kindes zu informieren.

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Das IfSG sieht hier sogar eine gesetzliche Verpflichtung vor. In einem Merkblatt des Robert-Koch-Instituts heißt es dazu:

"Eltern sind ... verpflichtet, der Gemeinschaftseinrichtung, die ihr Kind besucht, Mitteilung über einen beobachteten Kopflausbefall, auch nach dessen Behandlung, zu machen.... Die Erziehungsberechtigten sollten auch die Durchführung der Behandlung bestätigen... Ein ärztliches Attest ist ... nicht erforderlich.

Das IfSG schreibt auch vor, dass Gemeinschaftseinrichtungen das Gesundheitsamt benachrichtigen müssen (§ 34, Abs. 6), was allerdings oft nur unregelmäßig geschieht. Die Meldung hat keine negativen Folgen für die Betroffenen. Aber eine Nichtmeldung aus falscher Scham hat negative Folgen für alle Beteiligten, die von der Läuseplage länger als nötig heimgesucht werden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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