Wie wirken Mittel gegen Läuse?

Die meisten Präparate, die das Umweltbundesamt offiziell empfiehlt, enthalten Insektizide. Das sind Kontaktgifte, die vorrangig das Nervensystem der Parasiten schädigen, aber auch für den Menschen nicht ungefährlich sind.

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Langzeitschäden umstritten

Zu den beobachteten Nebenwirkungen von Pyrethroiden wie Allethrin oder Permethrin gehören Empfindungsstörungen der Haut wie Brennen oder Kribbeln. Zu beachten ist, dass Pyrethroide auch nach bestimmungsgemäßer Anwendung längere Zeit auf dem Haar haften.

Pyrethrum (das natürliche Gift einer Chrysanthemenart) wird schnell abgebaut, was seine Gefährlichkeit für den Menschen vermindert. Allerdings wird der Abbau durch die Zugabe des Wirkungsverstärkers Piperonylbutoxid verlangsamt. Umstritten ist, ob diese Insektizide über sofortige Vergiftungserscheinungen hinaus auch ein chronisches Schadenspotenzial aufweisen.

Läuse können auch resistent sein

Ein weiteres Problem der Insektizide ist die nach Ansicht von Experten zunehmende Resistenzbildung bei den Kopfläusen. Das kann bei den physikalisch wirksamen Alternativen wie Dimeticon, Kokos- oder Sojaöl nicht passieren, deren Ölfilm die Atemöffnungen der Tiere verklebt und zur Erstickung führt. Durch den Ölfilm lösen sich auch die Nissen leichter von den Haaren ab. Im Jahr 2006 wurde Mosquito® Spezial Läuse-Shampoo als erstes natürliches Mittel mit Kokos- und Sojaöl vom Umweltbundesamt empfohlen.

Zu den pflanzlichen Läusemitteln zählt auch der Neem-Extrakt, der über eine Störung der Chitinpanzer-Bildung die Häutung verhindert. Die Läuse sterben nicht direkt nach der Anwendung ab, sondern erst bei der nächsten Häutung. Da bisher nur wenige Studien über seine Wirksamkeit und Nebenwirkungen vorliegen, ist der Neem-Extrakt in Deutschland bisher nur als Medizin- und nicht als (verordnungsfähiges) Arzneiprodukt erhältlich.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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