Wie sieht der „Notfall-Plan“ bei Läusebefall aus?

Der "Notfallplan" bei Läusebefall besteht aus acht Schritten:

  • Ganz ruhig bleiben!
    Kopfläuse sind zwar irgendwie ekelig, aber glücklicherweise völlig harmlos. Es gibt also keinen Grund für Hektik, Panik, Putzorgien, Aktionismus oder Schuldvorwürfe! Stattdessen beginnen Sie lieber mit einer vernünftigen Kopflausbekämpfung, die zwar ein bisschen Arbeit macht, aber weniger als Sie möglicherweise denken.

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  • Kontaktpersonen untersuchen
    Familienmitglieder oder andere Kontaktpersonen, die anwesend sind, sollten gegenseitig ihre Köpfe (v.a. an den Schläfen, hinter den Ohren und am Nacken) nach Läusen oder deren Eier (Nissen) absuchen - bei gutem Licht und mit ausreichender Gründlichkeit, ggf. mit Hilfe eines Läusekamms.
  • Kopflausmittel besorgen
    Sofern es nicht zwingende Gründe für einen Arztbesuch gibt, besteht der nächste Schritt darin, eine Apotheke aufzusuchen und dort einen Nissenkamm und ein freiverkäufliches Kopflausmittel, je nach Beratung und Vorrätigkeit, zu erwerben. Fangen Sie erstmal mit einer ungiftigen, insektizidfreien Variante (z.B. Jacutin® Pedicul Fluid, enthält 100 % Dimeticon; nicht: Spray) an, die bei allen Altersgruppen und auch während der Schwangerschaft angewendet werden kann. Sie können dann später bei Bedarf immer noch ein stärker wirkendes Mittel zusätzlich oder zur Nachbehandlung anwenden.
  • Kopflausmittel anwenden
    Wenden Sie das Kopflausmittel genau nach Vorschrift an, nicht mehr und nicht weniger! Nach der Anwendung – die vermutlich unter der Dusche erfolgt –  schlüpfen die Behandelten in frische Kleidung und es ist erstmal Entspannung angesagt. Die getragenen Kleider wandern wie die verwendeten Handtücher in die Waschmaschine zum Spülgang bei mindestens 60°C. Sie brauchen keine Sorge haben, dass die Läuse davonlaufen oder durch die Wohnung wandern könnten. Da Ihr Kind jetzt höchstwahrscheinlich nicht mehr ansteckend ist, kann es auch problemlos (wieder) in den Kindergarten oder zur Schule gehen. Wichtig ist, dass es dort keine Unbehandelten gibt und die Ansteckung nicht wieder von neuem erfolgt.
  • Umgebung behandeln
    Zwar sind Ängste vor umherirrenden Läusen oder verstreuten Eiern in der Wohnung weitgehend unbegründet, dennoch geht man lieber auf Nummer sicher und behandelt die Umgebung gleich mit. Wie das geht? Siehe Frage Wie wird die Umgebung bei Läusebefall behandelt?
  • Umgebung informieren
    Weder Verschweigen noch Hysterie sind angemessene Reaktionen, gefragt ist gesunder Menschenverstand und Fairness. Alle Personen, mit denen Ihr Kind in den letzten ein bis zwei Wochen in engen Körperkontakt kam, sollten informiert werden. Schule und Kindergarten gegenüber besteht sogar eine gesetzliche Informationspflicht!
  • Behandlung wiederholen!
    Nach einer Woche bzw. 8 bis 10 Tagen sollte die Behandlungsprozedur noch einmal wiederholt werden, um eventuell überlebende oder neu geschlüpfte Läuse zu töten.
  • Nachkontrolle, wenn nötig beim Arzt
    Um ein „Behandlungsversagen“ und die Wiederansteckung möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten Sie das Haupt Ihres Kindes und ggf. weiterer betroffener Familienmitglieder täglich auf Lausbefall untersuchen, zumindest, solange die Plage noch im Kindergarten oder in der Schule herrscht. Wenn Sie sich unsicher sind, eventuell ein neues Medikament verordnet bekommen möchten oder eine Bescheinigung für Kindergarten oder Schule benötigen, vereinbaren Sie einen Arzttermin.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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